Michael Borg-Laufs

Michael Borg-Laufs (* 19. Mai 1962 in Essen) ist ein deutscher Diplom-Psychologe und Psychotherapeut und arbeitet u.a. auf den Gebieten der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und der psychosozialen Diagnostik sowie der Verhaltenstherapie. Herausgeber eines der ersten verhaltenstherapeutischen Lehrbücher zur Kinderpsychotherapie (1999) und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen zur psychosozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Besondere Beachtung findet sein Ansatz der grundbedürfnisorientierten Kinderpsychotherapie.

Er studierte von 1984 bis 1989 Psychologie mit dem Nebenfach Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum. Bis zu einer Promotion zum Dr. phil. an der Universität Bremen im Jahre 1996 bildete er sich über die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) und die Fernuniversität in Hagen zum Psychotherapeuten mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie weiter. Parallel zu seinen psychosozialen Tätigkeiten (u. a. als Leiter einer Erziehungsberatungsstelle in Essen) und als Lehrbeauftragter an der Universität Wuppertal (1997–2002) begann Borg-Laufs sein Wirken als Dozent, Supervisor, Gutachter und Prüfer im Rahmen psychotherapeutischen Ausbildung an verschiedenen Instituten in ganz Deutschland. Seit 2003 hat er die Professur „Theorie und Praxis psychosozialer Arbeit mit Kindern“ am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein inne, seit 2013 ist er Dekan des Fachbereiches. Borg-Laufs hat dort den Masterstudiengang „Psychosoziale Beratung und Mediation“ maßgeblich mitentwickelt.
Berufspolitisch setzt er sich insbesondere für den Erhalt einer biopsychosozialen Sichtweise in der Psychotherapie ein und kämpft darum, dass sozialarbeiterische Ausbildungsinhalte in der Psychotherapie-Ausbildung Bedeutung erhalten. Er war von 2000 bis 2010 Sprecher der Fachgruppe Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT), außerdem Gründungsvorsitzender (2002–2005) des Ausschusses Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie der Psychotherapeutenkammer NRW sowie Gründungsmitglied des gleichen Ausschusses der Bundespsychotherapeutenkammer.Darüber hinaus von 2003 bis 2008 Mitglied der Sachverständigenkommission Psychotherapie des IMPP und von 2009 bis 2013 Mitglied der Audit-Kommission Psychotherapie des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen.
Im Jahre 2008 erhielt Borg-Laufs den Lehrpreis der Hochschule Niederrhein für herausragende Leistungen in der Lehre. Im Jahre 2013 erhielt er den Bücherpreis der Hochschule Niederrhein und der Commerzbank für seine Veröffentlichungen zu psychischen Grundbedürfnissen bei Kindern und Jugendlichen.
Monographien
Herausgeberbände
Herausgabe von Zeitschriften
Herausgeberreihen

Marquard Media Gruppe

Die Marquard Media Gruppe ist ein Medienkonzern mit Sitz in Baar (Schweiz). Den Kern bildet die Marquard Media International AG. Der Konzern vertreibt ca. 40 Publikationen im deutschsprachigen Raum, Polen und Ungarn. Die Marquard Media Gruppe beschäftigt rund 450 Mitarbeiter.

Die Marquard Media Gruppe wurde vom Verleger Jürg Marquard gegründet, der die Gruppe bis heute kontrolliert. Den Grundstein zur Produktepalette legte Marquards Zeitschrift Pop, aus welcher nach der Fusion mit anderen Jugendmagazinen die Zeitschrift Popcorn hervorging. Den Durchbruch im deutschsprachigen Zeitschriftenmarkt schaffte Marquard 1981 mit der Zeitschrift Cosmopolitan.
1988 lancierte Jürg Marquard mit den ungarischen Versionen von Popcorn und Mädchen als erster westlicher Verleger private, regelmäßig erscheinende Zeitschriften hinter dem damals noch existierenden „eisernen Vorhang“. In den folgenden Jahren dehnte die Marquard Media Gruppe ihre Aktivitäten durch den Kauf von bestehenden Tageszeitungen in Ungarn und Polen sowie durch die Gründung weiterer Zeitschriften in Osteuropa aus.
1999 wurde die Gruppe neu ausgerichtet und stärker auf das Premium-Zeitschriften-Segment fokussiert. Die Jugend- und Musikzeitschriften wurden an den Axel Springer Verlag verkauft, die ungarischen Tageszeitungen an den Ringier Verlag und die polnische Rollenoffsetdruckerei an Baring Private Equity Partners.
Im Anschluss an diese Konsolidierungsphase begab sich Marquard Media erneut auf Expansionskurs. Neben anderen Akquisitionen wurde namentlich die polnische VIPress mit den Titeln Playboy und Voyage übernommen und in die Gruppe integriert.
Im Sommer 2005 sicherte sich Marquard Media mit einem öffentlichen Übernahmeangebot an der börsennotierten Computec Media AG eine 95,1 %-Beteiligung an diesem Unternehmen, welches Publikumszeitschriften im Bereich Electronic Entertainment und Multimedia herausgibt.
Ende 2007 übernahm der Schweizer Verlag den Männertitel Maxim von der Axel Springer AG. Mit der Mai-Ausgabe 2009 ist der Titel jedoch eingestellt worden.
Heute verlegt Marquard Media in Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, in Ungarn und in Polen insgesamt ca. 40 Print-Publikationen und ist in weiteren Ländern mit Lizenzausgaben präsent. Der stark wachsende Online-Bereich umfasst im deutschsprachigen Raum nach eigenen Angaben rund 20 Websites und Portale.
Im Mai 2012 gab Verleger Jürg Marquard in München bekannt, dass die MVG Medien Verlagsgesellschaft inklusive aller Joy-Auslandslizenzen an die Bauer Media Group verkauft wurden.

Konklave 1830–1831

Im Konklave von 1830–1831, das vom 14. Dezember 1830 bis zum 2. Februar 1831 tagte, wurde der bisherige Präfekt der Kongregation De Propaganda Fide, Bartolomeo Alberto Cappellari O.S.B. Cam, zu Papst Gregor XVI. gewählt. Es war das bisher letzte Konklave, das länger als einen Monat dauerte.

Nach dem Tod von Papst Pius VIII. am 30. November 1830 rief Kardinaldekan Bartolomeo Pacca die Kardinäle zum Konklave zusammen. Zwei Wochen nach dem Tod des Papstes begann die Wahl des Nachfolgers. Zu den papabili zählten die Kardinäle Giacomo Giustiniani, Giuseppe Albani und Emmanuele de Gregorio. Der spanische Kardinal Juan Francisco Marco y Catalán verkündete das Veto König Ferdinands VII. von Spanien gegen die Wahl von Giacomo Giustiniani. So wurde erst nach fünfzig Tagen Kardinal Cappellari zum Papst gewählt und nahm den Papstnamen Gregor XVI. an.
Während der Sedisvakanz gab es 54 Kardinäle, von denen 45 an der Wahl teilnahmen. Die meisten Kardinäle waren Italiener, der älteste Teilnehmer war der 86-jährige Benedetto Naro. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 65 Jahre.
Während der Sedisvakanz wurden diese Ämter von folgenden Kardinälen ausgeübt:
Folgende Kardinäle nahmen am Konklave teil:
Folgende Kardinäle nahmen nicht am Konklave teil:
Papstwahlen: 1061 | 1073 | 1086 | 1088 | 1099 | 1118 | 1119 | 1124 | 1130 | 1143 | 1144 | 1145 | 1153 | 1154 | 1159 | 1181 | 1185 | 1187 (Okt.) | 1187 (Dez.) | 1191 | 1198 | 1216 | 1227 | 1241 | 1243 | 1254 | 1261 | 1264–1265 | 1268–1271 | 1276 | 1277 | 1280–1281 | 1285 | 1287–1288 | 1292–1294
Konklaven: 1276 (Jan.) | 1276 (Jul.) | 1294 | 1303 | 1304–1305 | 1314–1316 | 1334 | 1342 | 1352 | 1362 | 1370 | 1378 | 1389 | 1404 | 1406 | 1417 | 1431 | 1447 | 1455 | 1458 | 1464 | 1471 | 1484 | 1492 | 1503 (Sept.) | 1503 (Okt.) | 1513 | 1521–1522 | 1523 | 1534 | 1549–1550 | 1555 (Apr.) | 1555 (Mai) | 1559 | 1565–1566 | 1572 | 1585 | 1590 (Sept.) | 1590 (Okt.) | 1591 | 1592 | 1605 (Mrz.) | 1605 (Mai) | 1621 | 1623 | 1644 | 1655 | 1667 | 1669–1670 | 1676 | 1689 | 1691 | 1700 | 1721 | 1724 | 1730 | 1740 | 1758 | 1769 | 1774–1775 | 1799–1800 | 1823 | 1829 | 1830–1831 | 1846 | 1878 | 1903 | 1914 | 1922 | 1939 | 1958 | 1963 | 1978 (Aug.) | 1978 (Okt.) | 2005 | 2013

Tivoliparken

Tivoliparken ist ein Park in der schwedischen Stadt Kristianstad.
Er befindet sich westlich des Stadtzentrums, am Ostufer des Helge å.
Die Anfänge des Parks gehen auf das frühe 19. Jahrhundert zurück als der Kommandant Georg Cedergren Bäume anpflanzen ließ. Als eigentlicher Begründer des Parks gilt JH Romann, an den auch ein Denkmal im Park erinnert. Ein weiteres erinnert an Axel Ankarcrona, der den Park verschönerte. Am Nordeingang des Parks erinnert eine Stele an Carl Nilsson.
Im Park befindet sich das 1906 errichtete Theater Kristianstad und die bereits 1886 als Museum errichtete, heute als Cafe betriebene Fornstugan. Der Park verfügt über kleine Teiche, Gärten und Spielplätze.
Als Bäume befinden sich im Park: Ahornblättrige Platane, Baum-Hasel, Blutbuche, Butternuss, Echte Mehlbeere, Echte Sumpfzypresse, Echte Walnuss, Edelkastanie, Englische Ulme, Feldahorn, Fleischrote Rosskastanie, Geweihbaum, Gewöhnliche Robinie, Gewöhnlicher Trompetenbaum, Ginkgo, Goldulme, Götterbaum, Hainbuche, Hängeesche, Hiba-Lebensbaum, Higan-Kirsche, Japanischer Kuchenbaum, Japanischer Schnurbaum, Japanischer Wildapfel, Kaukasische Flügelnuss, Kirschapfel, Kobushi-Magnolie, Kornelkirsche, Manna-Esche, Mispel, Morus australis, Prunus Accolade, Pyramiden-Eiche, Roteiche, Schwarznuss, Silber-Ahorn, Silber-Eschenahorn, Urweltmammutbaum und Weidenblättrige Birne.
56.02821214.152987Koordinaten: 56° 1′ 42″ N, 14° 9′ 11″ O

Allar Raja

Allar Raja (* 22. Juni 1983 in Sindi, Estnische SSR, Sowjetunion) ist ein estnischer Ruderer.
Seinen ersten internationalen Einsatz hatte Raja bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2000 in Zagreb, wo er mit dem estnischen Doppelvierer den 19. Platz belegte. Seinen ersten estnischen Meistertitel gewann er 2004 im Einer. In diesem Jahr belegte er bei den U23-Weltmeisterschaften in Posen den achten Platz in dieser Bootsklasse. 2005 startete Raja im Doppelzweier mit Silver Sonntak. Bei den Ruder-Weltmeisterschaften 2005 in Kaizu erreichte das Duo den 14. Platz. Im folgenden Jahr wechselte Raja in den Doppelvier. Zusammen mit Igor Kuzmin, Tõnu Endrekson und Andrei Jämsä gewann er bei den Ruder-Weltmeisterschaften 2006 in Eton die Bronzemedaille. Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking belegte der estnische Doppelvierer in der Besetzung Kaspar Taimsoo, Vladimir Latin, Igor Kuzmin, Allar Raja den neunten Platz. Zusammen mit Jüri Jaanson, Tõnu Endrekson und Andrei Jämsä sicherte sich Raja bei den Ruder-Europameisterschaften 2008 in Athen souverän die Goldmedaille.
Seit der Saison 2009 startete Raja mit Kaspar Taimsoo im Doppelzweier. Beim Weltcup in München erreichten sie das A-Finale, wo sie Fünfte wurden. In Luzern konnte sich das Duo weiter steigern und belegte den dritten Rang. Diesen Platz konnten sie auch bei den Ruder-Weltmeisterschaften 2009 in Posen erkämpfen. Bei den Ruder-Europameisterschaften 2009 gelang ihnen sogar ein Start-Ziel-Sieg. Im Jahr darauf erhielten Raja und Taimsoo die Silbermedaille bei den Europameisterschaften, bei den Weltmeisterschaften 2010 belegten die beiden den achten Platz. 2011 erreichten die beiden den siebten Platz bei den Weltmeisterschaften. Bei den Europameisterschaften 2011 traten Jämsä, Raja, Endrekson und Taimsoo im Doppelvierer an und gewannen hinter dem russischen Boot die Silbermedaille im Doppelvierer. 2012 belegte das Boot in der gleichen Besetzung den vierten Platz bei den Olympischen Spielen in Eton. Kurz darauf gewann die estnische Crew den Europameistertitel. 2013 belegten Raja und Taimsoo den siebten Platz im Doppelzweier bei den Europameisterschaften. Bei den Weltmeisterschaften 2013 belegten sie zusammen mit Kaur Kuslap und Sten-Erik Anderson den fünften Platz im Doppelvierer. In der gleichen Besetzung belegten die vier Esten den sechsten Platz bei den Europameisterschaften 2014 und den fünften Platz bei den Weltmeisterschaften 2014. 2015 kehrten Jämsä und Endrekson in den estnischen Doppelvierer zurück. Bei den Weltmeisterschaften gewannen Jämsä, Raja, Endrekson und Taimsoo die Bronzemedaille hinter den Deutschen und den Australiern.

Dead Zone: The Grateful Dead CD Collection (1977–1987)

Besetzung
Produktion
Dead Zone: The Grateful Dead CD Collection (1977–1987) ist das erste Boxset der Band Grateful Dead.

Grateful Dead erhielt ihren ersten Labelvertrag mit Warner Bros. Records 1967, der bis 1973 gültig war. Die nächsten Alben nahm die Band mit dem eigenen Label Grateful Dead Records auf, bevor sie 1977 zum Label Arista Records wechselten.
Bis 1987 veröffentlichten sie unter Arista sechs Live- und Studioalben: Terrapin Station, Shakedown Street, Go to Heaven, Reckoning, Dead Set und In the Dark.
Die ersten Studioalben und insbesondere Go to Heaven ernteten starke Kritik, bevor mit Reckoning und Dead Set wieder größere Erfolge gefeiert wurden. In der sechsjährigen Pause zwischen Dead Set und In the Dark feierten Grateful Dead große Erfolge mit Liveauftritten und fühlten Stadien und Konzerthallen. Mit In the Dark veröffentlichte die Band ihr wohl kommerziell erfolgreichstes Album, mit dem sie mehrfaches Platinum und Erfolge in den Billboard Charts erreichten. Daraufhin entschloss sich Arista ein Boxset der bisherigen sechs Alben herauszugeben, um den Erfolgszug von Grateful Dead weiter zu nutzen.
Im Gegensatz zu den späteren Boxsets von Rhino Records erhielt dieses kein Bonusmaterial.
Für das Albumcover war Alton Kelley, der auch schon für das Europe ’72 verantwortlich war. Die Vorderseite zeigt das bekannte Deadcover aus Totenschädel, überkreuzende Knochen und Rosen auf der Gesäßtasche einer Jeans, die Rückseite zeigt die Cover der sechs Alben und deren Trackliste.
Trotz der Erfolge und Bekanntheit von Grateful Dead wurden mit Dead Zone: The Grateful Dead CD Collection (1977-1987) keine hohe Verkaufszahlen erreicht. Erst neun Jahre später veröffentlichte Arista das nächste Boxset namens The Arista Years.
Die Setlist entspricht den originalen LPs von:

Stiftung zur Förderung der Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier

Die Stiftung zur Förderung der Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier wurde im April 1990 gegründet. Stifter waren das Land Nordrhein-Westfalen und RWE Power, Zustifter war der Landschaftsverband Rheinland, der auch die Geschäftsführung innehat. Gefördert wird die Bodendenkmalpflege im Gebiet des Braunkohletagebaus zwischen Bonn, Aachen und Grevenbroich. Bedeutendstes Anliegen ist die Rettung archäologischer Bodendenkmäler vor der Zerstörung durch den Braunkohleabbau.

Das Stiftungskapital beträgt 16,2 Millionen Euro. Jährlich wird etwa eine halbe Million Euro ausgeschüttet. Darin sind enthalten auch Stipendien für Magister- und Doktorarbeiten.
In den Vorstand werden von den drei beteiligten Seiten für jeweils vier Jahre Vertreter und Stellvertreter delegiert. Die Stifter berufen je zwei Personen in den Beirat. Ihm gehören an: Thomas Stöllner (Ruhr-Universität Bochum), Jan Bemmann (Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn), Jürgen Kunow (Leiter des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege, Bonn), Udo Geilenbrügge (Leiter der Außenstelle Titz des RAB) (LVR), Andreas Zimmermann (Universität zu Köln), und George Milojcic (Deutscher Braunkohlen-Industrie-Verein (DEBRIV), Köln).
Jährlich wird im Rheinischen Braunkohlenrevier eine Fläche von rund 350 Hektar in den Tagebauen Garzweiler, Hambach und Inden abgebaut. Dabei stößt die amtliche Bodendenkmalpflege mit ihren Notgrabungen an ihre Grenzen. Die Stiftung soll den Archäologen die Möglichkeit bieten, mit dem Kohleabbau Schritt zu halten und soviel historische Substanz zu retten wie möglich. Die Arbeiten an den Tagebauen werden vom Landschaftsverband Rheinland – Rheinisches Amt für Bodendenkmalpflege (Außenstelle Titz) betreut. Jährlich inventarisiert, dokumentiert und gegebenenfalls restauriert man rund 200.000 Funde.
Bisher gab es an acht Stellen Ausgrabungen: Hahner Hof, Kirche St. Pankratius, Burg Reuschenberg, Siedlungen im Inde-Mündungsgebiet, Haus Stolzenberg und die jungsteinzeitliche Siedlungsgruppe zwischen Inden und Altdorf. Die Stiftung fördert auch Ausstellungen und Fachtagungen für ihren Bereich. Jährlich wird ein Tag der Archäologie veranstaltet, an dem Besucher den Archäologen bei der Arbeit über die Schulter sehen können.
Der Archäologiepreis der Stiftung zu Förderung der Archäologie im Rheinischen Braunkohlerevier wird seit 1993 in unregelmäßigen Abständen vergeben. Er zeichnet innovative Forschungsansätze um die Archäologie im Braunkohlentagebau aus. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Preisträger

Guardia Nazionale Repubblicana

Guardia Nazionale Repubblicana (G.N.R.) („Nationalrepublikanische Garde“) war von Dezember 1943 bis April 1945 die Bezeichnung einer Teilstreitkraft und dann Truppengattung der Streitkräfte der faschistischen Italienischen Sozialrepublik. Die GNR übernahm als Nationalgarde und Gendarmerie nach dem Waffenstillstand von Cassibile die Aufgaben der Carabinieri, der faschistischen Sicherheitsmiliz und der in Italien verbliebenen Kolonialpolizei Polizia dell’Africa Italiana.
Die GNR wurde von dem faschistischen Jugendführer Renato Ricci ab dem 8. Dezember 1943 als vierte Teilstreitkraft der Sozialrepublik aufgestellt. Die bis zu 140.000 Angehörigen der GNR stammten auch aus faschistischen Jugendorganisationen. Während Ricci mit Unterstützung von Heinrich Himmler eine Parteiarmee nach dem Muster der SS bilden wollte, beharrte die militärische Führung der Sozialrepublik auf einer neutraleren Ausrichtung. Es kam schließlich zu einer Kompromisslösung, die der Zusammenarbeit mit der deutschen Seite nicht förderlich war. Die GNR übernahm allgemein militärische Sicherungsaufgaben, die Bekämpfung von Partisanen und typische Polizeiaufgaben, letztere zusammen mit dem Corpo di Polizia Repubblicana, das Polizeiaufgaben in Städten übernahm.
Die territoriale Organisation der GNR umfasste ein Generalkommando, regionale Inspektorate und Provinzkommandos mit nachgeordneten Dienststellen, etliche Bereitschaftspolizei-Verbände und verschiedene Schulen. Aus spezialisierten Einheiten der ehemaligen Sicherheitsmiliz entstanden besondere Organisationszweige der GNR:
Nach dem Zusammenbruch der Gustav-Linie im Mai 1944 und dem schrittweisen Rückzug in die Gotenstellung und der entsprechend drastischen Verkleinerung des Staatsgebietes der Sozialrepublik wurde auch die GNR verkleinert und am 15. August 1944 formal als Truppengattung dem nationalrepublikanischen Heer eingegliedert. Den Befehl über die GNR übernahm jedoch Benito Mussolini persönlich.
Gleichzeitig wurde mit kleineren Sicherungsverbänden die GNR-Division Etna gebildet. Offiziell sollte die Division etwaige feindliche Luftlandeoperationen im rückwärtigen Raum abwehren, in erster Linie wollte man aber kleinere Verbände unter einem italienischen General zusammenfassen und sie damit verschiedenen deutschen Befehlshabern und der Organisation Todt entziehen. Der Divisionskommandeur Luigi Volante fiel am 2. Juni 1945 bei einem feindlichen Luftangriff. Die Division kapitulierte im April 1945 in der Poebene. Eine zweite GNR-Division namens Vesuvio war geplant, sie wurde jedoch nie aufgestellt.
Esercito Nazionale Repubblicano (Heer) | Marina Nazionale Repubblicana (Marine) | Aeronautica Nazionale Repubblicana (Luftwaffe) | Guardia Nazionale Repubblicana (Nationalgarde)

Johannes Köhler

Johannes Köhler, später auch Joannès Koehler (* 22. Februar 1896 in Küstrin; † 24. Februar 1976 in Bernartice u Trutnova (Bernsdorf), heute Tschechische Republik) war ein deutscher Maler.

Johannes Köhler war der Sohn des Lehrers Ernst Köhler und seiner Frau Emma geborene Hoffmann. Nachdem er 1910 die Schule abbrach, wurde er privat unterrichtet und besuchte ab 1918 zunächst die Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für bildende Kunst in Weimar, dann das Staatliche Bauhaus. Er studierte zunächst bei Theodor Hagen, später bei Lyonel Feininger, blieb aber zeit seines Lebens der Landschaftsmalerei und dem französischen Realismus (Schule von Barbizon) verbunden. Am 27. April 1920 heiratete er Marcella Müller, die ebenfalls am Bauhaus bei Feininger studierte. 1925 wurde ihre Tochter Rachel geboren.
Köhler bereiste mit seiner Familie in den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahren malend Europa und Nordafrika. Nach 1933 verließen sie Deutschland endgültig und siedelten zunächst in den französischsprachigen Teil der Schweiz, später nach Frankreich über. Im Rathaus von Bern soll noch heute ein Gemälde von Köhler hängen.
Nach der deutschen Besetzung Frankreichs 1940 gingen sie nach Lyon in die „unbesetzte Zone“. Dort wurden sie später festgenommen, zunächst im Internierungslager Les Milles in Aix-en-Provence festgehalten und schließlich nach Litauen verschleppt. Durch Bestechung mittels Köhlers Gemälden gelang ihnen von dort die Flucht. Bis Kriegsende hielten sie sich bei einem Landwirt verborgen. 1945 schlossen sie sich einem Flüchtlingstransport an und gelangten 1946 über Polen und den Grenzort Královec in die Tschechoslowakei, die die Familie lediglich als Durchgangsstation ansah. Dort lebten sie in der Kleinstadt Žacléř, im benachbarten Prkenný Důl und schließlich in Vrchová bei Bernartice. Die Auswanderungsanträge der Familie nach Israel und in die Schweiz wurden abgelehnt.
Die untereinander Französisch sprechende Familie lebte bis zu ihrem Ende ohne offizielles Einkommen und soziale Absicherung als „Selbstversorger“ in ärmlichen Verhältnissen, da die staatlichen Stellen Köhlers akademische Ausbildung nicht anerkannten und ihm deshalb der Verkauf seiner Bilder verboten war. Dennoch bot die Familie seine Werke in Gaststätten und Imbissbuden an. Köhler verkaufte auch Bilder, die er nun dem Publikumsgeschmack anpassen musste, an Privatsammler und beglich mit ihnen unbezahlte Rechnungen. Auf diesem Wege scheinen einige der Bilder in öffentlichen Besitz gekommen zu sein. Das Gemeindeamt Bernartice besitzt ein Gemälde als Bezahlung einer offenen Stromrechnung. Auch in örtlichen Museen sind Bilder nachweisbar.
Johannes Köhler starb 1976, seine Frau Marcella 1986. Die zeit ihres Lebens bei ihren Eltern wohnende Tochter, die ebenfalls malte, verstarb 1988 unter ungeklärten Umständen. Die Familie wurde in einem anonymen Grab bestattet. Im Mai 2006 wurde auf dem Friedhof von Bernartice eine Johannes-Koehler-Gedenktafel enthüllt.

Zehntelsekunde

Die Zehntelsekunde entspricht bei vielen Messungen von visuell oder akustisch wahrnehmbaren Ereignissen der erreichbaren Genauigkeit.
Die Erforschung der Zeitwahrnehmung ergab verschiedene Schwellen, je nach zu beobachtendem Phänomen. Bei einfachen, visuell oder akustisch beobachteten Zeitintervallen liegt sie unter der Zehntelsekunde, wozu allerdings noch die Reaktionszeit kommt. Letztere beträgt je nach Aufmerksamkeit zwischen 0,3 und 1 Sekunde (siehe auch Schrecksekunde).
Bei der Handstoppung — der manuellen Zeitmessung mit einer mechanischen oder digitalen Stoppuhr — liegt die Reaktionszeit durchschnittlich bei 0,2 bis 0,4 Sekunden. Wenn ein Ereignis genau vorhersehbar ist, etwa bei Beobachtung eines Sterns im Fernrohr, kann sie bei entsprechender Erfahrung auf unter 0,1 s sinken.
Weil diese Reaktionszeit je nach Person und deren momentaner Verfassung etwas schwankt, werden bei sportlichen Wettkämpfen manuelle Stoppungen durch mehrere Kampfrichter durchgeführt. Bei unerfahrenen Personen sind die gemessenen Zeitspannen auf etwa 0,3 bis 0,5 Sekunden genau, während bei langjähriger Tätigkeit 0,1 bis 0,2 Sekunden erreichbar sind.
Auch in der Astrometrie und in manchen Bereichen der Technik arbeitet man mit Handstoppung, wenn nicht höchste Genauigkeit erforderlich ist. Im Labor sind händische Zeitmessungen auf ±0,1 Sekunden möglich, wenn man erfahren und in ausgeglichener Verfassung ist. Für genau voraussehbare Momente (z. B. bei Sterndurchgängen oder sehr regelmäßigen Phänomenen) kann man sogar an 0,03 Sekunden herankommen, was oft den Aufwand funkgesteuerter oder elektronischer Zeitmessung erübrigt. Bei Sternbedeckungen durch den Mond bleibt zwar das Überraschungsmoment teilweise erhalten (d. h. eine Reaktionszeit von durchschnittlich 0,3 Sekunden), die jedoch meist nur um weniger als 0,1s schwankt.
Dies lässt sich durch Untersuchungen erklären, nach der sich die 0,3s aus drei Teilreaktionen zusammensetzt, die jeweils etwa 1 Zehntelsekunde betragen: Die sensorische Reizleitungszeit, die zentrale kognitive Verarbeitungszeit und die motorische Reizleitungszeit. Bei einfachen Reizen entfallen 1–2 dieser Komponenten, sodass die Reaktionszeit auf akustische Reize etwa 0,14 s und taktil 0,13 s beträgt.
Auch in der Funktechnik ist die Zehntelsekunde von Bedeutung, etwa bei manchen Zeitzeichensendern, die alternierend mit 1 und mit 10 Hertz codieren. Im selben Bereich liegt auch die Wahrnehmung ratternder Geräusche und die Zeitschwelle beim Morsen.