Johannes Büll

Johannes Büll (* 8. November 1878 in Hamburg; † 20. Februar 1970 ebenda) war ein Hamburger Politiker der Vereinigten Liberalen, der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und der FDP.

Büll war hauptberuflich Tabakwarenhändler. Nach ihm ist der Johannes-Büll-Weg in Hamburg-Hummelsbüttel benannt.
Nachdem er im Kaiserreich der Fortschrittlichen Volkspartei angehört hatte, beteiligte Büll sich 1918 an der Gründung der DDP, in der er Vorsitzender des Ortsverbandes Eilbeck war.
Johannes Büll trat im Juli 1945 dem Bund Freies Hamburg bei, aus dessen Mitte sich am 20. September 1945 die Partei Freier Demokraten, der spätere Hamburger Landesverband der FDP, gründete. Bis Juli 1946 übernahm er den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden und von da an war er Mitglied des Landesvorstandes. Beim Landesparteitag am 21. Januar 1950 trat er gegen Willy Max Rademacher um das Amt des Landesvorsitzenden an, verlor aber gegen den Amtsinhaber mit 116 zu 154 Stimmen. Er kandidierte daraufhin auch für das Amt des stellvertretenden Landesvorsitzenden und konnte sich bei dieser Wahl mit 156 zu 113 Stimmen gegen Edgar Engelhard durchsetzen.
Büll wurde erstmals 1910 in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt, wo er sich den Vereinigten Liberalen von Carl Wilhelm Petersen anschloss. Nachdem er bis dahin ununterbrochen dem Landesparlament angehört hatte, wurde er 1919 auch in die erste Bürgerschaft nach dem Ersten Weltkrieg gewählt. Nach seiner Wahl in den Reichstag 1924 verzichtete er auf sein Bürgerschaftsmandat. Vor der Reichstagswahl 1930 gab es zunehmend Kritik an seiner Parlamentsarbeit, da er im Reichstag über ein Hinterbänklerdasein nicht hinausgekommen war. Der Vizepräsident der Hamburgischen Bürgerschaft Heinrich Landahl kündigte daraufhin an, sich um die Spitzenkandidatur zu bewerben. Letztendlich wurde jedoch mit Gustav Stolper der Wirtschaftsexperte der Deutschen Staatspartei aufgestellt, den der Reichsvorstand unbedingt auf einem sicheren Listenplatz unterbringen wollte.
Anfang 1946 schlug die FDP Büll für die von der Besatzungsmacht zu ernennende Bürgerschaft vor, diese berief jedoch stattdessen neben Christian Koch, Willy Max Rademacher und Adolf Rieckhoff den Wirtschaftsfachmann Eduard Wilkening als FDP-Vertreter, weitere liberale Politiker wurden über die Vorschläge der Freiberufler und der Frauenverbände benannt. Bei der Bürgerschaftswahl 1946 kandidierte Büll dann erfolglos im Wahlkreis Walddörfer. 1949 wurde er dann schließlich doch in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt und eröffnete als Alterspräsident am 7. September 1949 die erste Sitzung des Deutschen Bundesrates. Zum 31. Dezember 1957 legte er sein Mandat aus Altersgründen nieder.
Büll war in der Nachkriegszeit zweimal in verschiedenen Koalitionen Senator der Stadt Hamburg. Vom 15. November 1946 bis zu seinem Rücktritt am 1. November 1949 war er im Senat Max Brauers zunächst Senator des Wohnungsamtes und ab 3. Juli 1947 gemeinsam mit Paul Nevermann Senator der Baubehörde. Vom 1. November 1953 an gehörte er dem Hamburg-Block-Senat unter Kurt Sieveking erneut als Bausenator an. Als nach der Bürgerschaftswahl 1957 eine SPD/FDP-Koalition unter Max Brauer gebildet wurde, schied er aus Altersgründen aus der Landesregierung aus. Die Zuständigkeit für die Abfallbeseitigung fiel in sein Ressort und führte zu seinem Spitznamen Müll-Büll, den ursprünglich die Jungdemokraten aufbrachten, den er aber später selbst übernahm.
Insbesondere für seine Verdienste um den Wiederaufbau der Stadt Hamburg wurde ihm am 8. Nov. 1953 die Bürgermeister-Stolten-Medaille verliehen.
John von Berenberg-Gossler | Max Schramm | Johannes Hirsch | Max Stavenhagen | Wilhelm Burchard-Motz | Heinrich Schluckebier | Max Leuteritz | Gerd Bucerius | Johannes Büll | Paul Nevermann | Johannes Büll | Paul Wilken | Josef von Fisenne | Ewald Samsche | Paul Nevermann | Rudolf Büch | Wilhelm Drexelius | Peter-Heinz Müller-Link | Caesar Meister | Rolf Bialas | Volker Lange | Günter Apel  | Eugen Wagner  | Traute Müller  | Thomas Mirow  | Willfried Maier  | Mario Mettbach  | Michael Freytag | Axel Gedaschko | Anja Hajduk | Herlind Gundelach | Jutta Blankau | Dorothee Stapelfeldt

Tour de Suisse 2004

Die 68. Tour de Suisse fand vom 12. bis 20. Juni 2004 statt. Sie wurde in neun Etappen über eine Distanz von 1437,8 Kilometern ausgetragen.
Gesamtsieger wurde Jan Ullrich, der die Rundfahrt von Anfang an dominiert hat und nur zwei Etappen nicht im gelben Leader-Trikot fuhr. Die Rundfahrt startete in Sursee und endete in Lugano mit einem Einzelzeitfahren. Mit 41,781 km/h war die Tour de Suisse 2004 die schnellste Austragung dieser Rundfahrt.
1933 | 1934 | 1935 | 1936 | 1937 | 1938 | 1939 | — | 1941 | 1942 | — | 1946 | 1947 | 1948 | 1949 | 1950 | 1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955 | 1956 | 1957 | 1958 | 1959 | 1960 | 1961 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016

Kanton Saint-Chaptes

Der französische Kanton Saint-Chaptes war eine Verwaltungseinheit im Département Gard, im Arrondissement Nîmes. Er hatte 15.394 Einwohner (Stand: 1. Januar 2012). Vertreter im Generalrat des Départements war von 2014 bis 2015 Bérengère Noguier (EÉLV).
Der Kanton besteht aus sechzehn Gemeinden:
Aigues-Mortes • Alès-1 • Alès-2 • Alès-3 • Bagnols-sur-Cèze • Beaucaire • Calvisson • La Grand-Combe • Le Vigan • Marguerittes • Nîmes-1 • Nîmes-2 • Nîmes-3 • Nîmes-4 • Pont-Saint-Esprit • Quissac • Redessan • Roquemaure • Rousson • Saint-Gilles • Uzès • Vauvert • Villeneuve-lès-Avignon
Aigues-Mortes | Alès-Nord-Est | Alès-Ouest | Alès-Sud-Est | Alzon | Anduze | Aramon | Bagnols-sur-Cèze | Barjac | Beaucaire | Bessèges | Génolhac | La Grand-Combe | Lasalle | La Vistrenque | Lédignan | Le Vigan | Lussan | Marguerittes | Nîmes-1 | Nîmes-2 | Nîmes-3 | Nîmes-4 | Nîmes-5 | Nîmes-6 | Pont-Saint-Esprit | Quissac | Remoulins | Rhôny-Vidourle | Roquemaure | Saint-Ambroix | Saint-André-de-Valborgne | Saint-Chaptes | Saint-Gilles | Saint-Hippolyte-du-Fort | Saint-Jean-du-Gard | Saint-Mamert-du-Gard | Sauve | Sommières | Sumène | Trèves | Uzès | Valleraugue | Vauvert | Vézénobres | Villeneuve-lès-Avignon

Ayllu

Ayllu (Quechua „Familie, Großfamilie, Dorfgemeinschaft“) ist die unterste politische Einheit in der traditionellen Gesellschaft der Anden. Der Begriff bezeichnet in seiner Grundbedeutung die Großfamilie (Sippe) als Verwandtschaftsgemeinschaft, im erweiterten Sinne jedoch die genossenschaftlich organisierte Dorfgemeinde als örtliche Gemeinschaft.
Der Ayllu zeichnet sich durch gemeinschaftlichen Besitz an Grund und Boden aus. Die Felder bzw. Weideflächen werden entweder gemeinsam in Form der Minka bewirtschaftet oder jedes Jahr als „Leihgabe“ zur individuellen Bewirtschaftung neu verteilt. Traditionell beten die Mitglieder eines Ayllu neben den allgemeinen Gottheiten der Anden ihre eigene lokale Gottheit (wak’a) an.
Nach der Conquista wurde durch die Einführung der Encomienda und später der Hacienda, welche de facto eine Form der Leibeigenschaft war, die Organisation der Ayllus zerschlagen. Einen Bruch mit der andinen Tradition bedeutete auch die Verteilung kleiner Parzellen als individuelles Eigentum im Zuge von Landreformen, so etwa in Bolivien nach der Enteignung der Großgrundbesitzer ab 1953. Die Landreform in Peru unter General Juan Velasco Alvarado zielte wiederum darauf ab, die Ayllu in größere landwirtschaftliche Genossenschaften zu integrieren. Dabei griff sie auch auf Symbolik aus der altandinen Tradition sowie dem antikolonialen indigenen Widerstand zurück.
In abgelegenen Gebieten hat sich die Organisation des Ayllu bei Quechua- und Aymara-Gemeinden teilweise bis heute gehalten oder wurde sogar wiederbelebt (z. B. auf der genossenschaftlich organisierten Inselgemeinde Taquile).

Walter Scheel

Walter Scheel (* 8. Juli 1919 in Höhscheid, heute Ortsteil von Solingen) ist ein deutscher Politiker (FDP) und war der vierte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.
Er war von 1961 bis 1966 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und von 1969 bis 1974 Bundesminister des Auswärtigen sowie Vizekanzler. Nach dem Rücktritt von Bundeskanzler Willy Brandt am 7. Mai 1974 führte Scheel daher die Regierungsgeschäfte, bis am 16. Mai 1974 Helmut Schmidt zum Bundeskanzler gewählt wurde. Anschließend war Scheel von 1974 bis 1979 Bundespräsident.

Scheel kam als Sohn eines Stellmachers zur Welt; er ist evangelischer Konfession. Nach dem Abitur auf dem Solinger Gymnasium Schwertstraße absolvierte Scheel von 1938 bis 1939 eine Banklehre bei der Volksbank Solingen, die er mit „Gut“ abschloss. Ab 3. September 1939 leistete er Kriegsdienst. Walter Scheel diente im Nachtjagdgeschwader 1 (III. Gruppe) der Luftwaffe als Adjutant von Martin Drewes und war bei Kriegsende Oberleutnant. Er erhielt das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse. Nach 1945 war er bis 1953 als Geschäftsführer in der Industrie und in Verbänden tätig. Danach arbeitete er als selbständiger Wirtschaftsberater in Düsseldorf. 1958 wurde er Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Intermarket. Im gleichen Jahr gründete er zusammen mit Gerhard Kienbaum und Carl Zimmerer das Düsseldorfer M&A-Unternehmen InterFinanz, das er zusammen mit Carl Zimmerer bis Ende 1961 führte. Seine Gesellschaftsanteile (42 %) veräußerte er 1964 an die Mitgesellschafter.
Nach 24-jähriger Ehe starb seine erste Frau Eva Charlotte geb. Kronenberg (1921–1966). Aus dieser Ehe ging Scheels Sohn Ulrich hervor. Von 1969 bis zu ihrem Tod 1985 war er mit Mildred Scheel verheiratet. Sie brachte ihre Tochter Cornelia Scheel mit in die Ehe. Aus dieser Ehe ging 1970 Andrea-Gwendoline Scheel hervor, der Sohn Simon Martin Scheel wurde 1971 aus Bolivien adoptiert. Seit 1988 ist Walter Scheel mit Barbara geb. Wiese verheiratet. Das Ehepaar lebte von 2001 bis 2008 in Berlin und zog Anfang 2009 nach Bad Krozingen. Aufgrund einer Demenzerkrankung lebt Walter Scheel seit 2012 in einem Pflegeheim.
Am 13. November 1978 berichtete der Spiegel, Walter Scheel habe erklärt, er habe im Dezember 1942 an der Front die Mitteilung über seine Aufnahme in die NSDAP erhalten, obwohl er keinen Aufnahmeantrag gestellt habe. Laut einem Artikel in der Zeit vom 17. November 1978 ließ Scheel mitteilen, dass er nicht mehr wisse, ob er einen Antrag gestellt habe, seine Mitgliedschaft aber geruht habe. Eine NSDAP-Mitgliedschaft wurde von Scheel im Weiteren mit dem Argument, ein Soldat der Wehrmacht habe kein NSDAP-Mitglied sein dürfen, bestritten, zuletzt in einem Interview im Jahre 2010. Die Unabhängige Historikerkommission – Auswärtiges Amt kritisiert in ihrem im Oktober 2010 publizierten Forschungsbericht, dass Scheel seine NSDAP-Mitgliedschaft erst Jahre nach seinem Amtsantritt als Außenminister eingeräumt habe. 1970 habe der damalige Außenminister eine umfassende Darstellung zur Geschichte des Auswärtigen Amtes angekündigt, die auch das Handeln des Amtes im Nationalsozialismus thematisieren sollte, diese aber sei nie geschrieben worden. Eine solche – wenn auch umstrittene – Darstellung erschien erst 2010, nachdem Jahre zuvor Joschka Fischer, Außenminister von 1998 bis 2005, eine unabhängige Expertenkommission eingesetzt hatte.
Seit 1946 ist Scheel Mitglied der FDP. Seit 1954 war Scheel Mitglied des FDP-Landesvorstandes in Nordrhein-Westfalen und ab 1956 zusätzlich Mitglied des Bundesvorstandes der FDP. Im selben Jahr gehörte Scheel zu den Jungtürken (u. a. mit Erich Mende, Willi Weyer, Hans Wolfgang Rubin und Wolfgang Döring), die den Koalitionswechsel der FDP in Nordrhein-Westfalen von der CDU zur SPD einleiteten und damit die Abspaltung der Euler-Gruppe und die Gründung der kurzlebigen Freien Volkspartei (FVP) provozierten. 1968 wurde er schließlich als Nachfolger von Erich Mende zum Bundesvorsitzenden der FDP gewählt. Anfang der 1970er Jahre gehörte er mit Werner Maihofer und Karl-Hermann Flach zu den Autoren der Freiburger Thesen, des neuen Grundsatzprogramms der FDP. Mit seiner Wahl zum Bundespräsidenten 1974 legte er dann alle Parteiämter nieder. Nach dem Ende seiner Amtszeit als Bundespräsident wurde er 1979 zum Ehrenvorsitzenden der FDP ernannt.
Von 1968 bis 1974 war er Vizepräsident der „Liberalen Weltunion“ (Vorgänger der Liberalen Internationale).
Von 1948 bis 1950 war Scheel Stadtrat in seiner Heimatstadt Solingen. Von 1950 bis 1954 war er Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Remscheid. 1953 schließlich wurde er Mitglied des Deutschen Bundestages, dem er bis zum 27. Juni 1974 angehörte, als er sein Bundestagsmandat nach seiner im Mai erfolgten Wahl zum Bundespräsidenten vier Tage vor Amtsantritt niederlegte. Von 1967 bis 1969 war er Vizepräsident des Deutschen Bundestages.
Vom 1. Juli 1956 bis 20. November 1961 war er außerdem Mitglied des Europäischen Parlamentes. Hier war er von 1959 bis 1962 Vorsitzender des Ausschusses für Fragen der Assoziierung der überseeischen Länder und Gebiete und seit 1958 stellvertretender Vorsitzender der liberalen Fraktion.
Nach der Bundestagswahl 1961 wurde Scheel am 14. November 1961 im Kabinett Adenauer IV zum ersten Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit ernannt. Am 19. November 1962 trat er anlässlich der Spiegel-Affäre zusammen mit den anderen FDP-Bundesministern aus Protest zurück. Dem daraufhin am 13. Dezember 1962 ohne den umstrittenen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß gebildeten Kabinett gehörte er dann aber mit gleicher Funktion wieder an. Er behielt dieses Amt auch in der von Bundeskanzler Ludwig Erhard geführten Bundesregierung. Wegen eines Streits über den Bundeshaushalt trat er am 28. Oktober 1966 gemeinsam mit den anderen FDP-Bundesministern von seinem Amt zurück.
Nach der Bundestagswahl 1969 wirkte er maßgeblich auf die Bildung einer sozialliberalen Bundesregierung hin und wurde im Kabinett von Willy Brandt am 22. Oktober 1969 zum Vizekanzler und zum Bundesminister des Auswärtigen ernannt. 1970 besuchte Scheel als erster deutscher Außenminister Israel, das 1965 diplomatisch anerkannt worden war. Scheel gilt gemeinsam mit Willy Brandt als „Vater der Entspannungspolitik“ und der neuen Deutschlandpolitik, die zunächst von den Unionsparteien scharf bekämpft wurde und auch zu Fraktionsaustritten bei den Regierungsparteien SPD und FDP führte, so dass diese die Mehrheit im Deutschen Bundestag verloren. Die Neuwahlen 1972 stärkten sowohl die SPD als auch Scheels FDP und bewiesen die hohe Akzeptanz der sozialliberalen Politik. Sehr große Bekanntheit erlangte Walter Scheel 1973, indem er zugunsten der Behindertenhilfsorganisation Aktion Sorgenkind das deutsche Volkslied „Hoch auf dem gelben Wagen“ auf Schallplatte sang. Allein bis zum Frühjahr 1974 wurde die Platte über 300.000 Mal verkauft. Auch noch während seiner später folgenden Amtszeit als Bundespräsident erlangte er mit dieser Art der ungewöhnlichen und gemeinnützigen Spendenwerbung hohe Popularität.
Nach dem Rücktritt von Bundeskanzler Brandt am 7. Mai 1974 nahm Scheel auf Bitten des Bundespräsidenten die Amtsgeschäfte des Bundeskanzlers wahr, bis Helmut Schmidt am 16. Mai 1974 zum neuen Bundeskanzler gewählt wurde. Am selben Tag schied Scheel aus dem Bundeskabinett aus.
Bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1974 am 15. Mai 1974 wurde er mit 530 Stimmen von SPD und FDP in der Bundesversammlung gegen Richard von Weizsäcker (CDU, 498 Stimmen) zum vierten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt und trat am 1. Juli 1974 sein neues Amt an.
Als Bundespräsident verweigerte er 1976 einem Gesetz zur Abschaffung der Gewissensprüfung bei Kriegsdienstverweigerern seine Unterschrift, da er die Zustimmung des Bundesrates für notwendig erachtete.
Für die Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1979 stellte er sich angesichts der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung nicht erneut zur Verfügung und schied am 30. Juni 1979 aus dem Amt.
Seine Amtszeit als Bundespräsident wird rückblickend ambivalent beurteilt. Man warf ihm vor, dass er keinen großen Entwurf parat gehabt habe, wie er das Amt auszufüllen gedenke. Sein feinerer Lebensstil und eine prachtvollere Ausstattung von Dienstsitz und Zeremoniell unterschieden sich deutlich von dem seiner puristischeren Vorgänger und wurden daher – insbesondere zu Beginn seiner Amtszeit – teilweise kritisiert. Lob bekam Scheel für seine offene und optimistische Art.
Sein Büro unterhielt der ehemalige Bundespräsident bis 2014 im Rathaus seines Wohnortes Bad Krozingen. Das Büro wurde zum 1. August 2014 geschlossen, auch der Leasingvertrag seines Dienstwagens wurde vom Bundespräsidialamt nicht verlängert. Scheels Büroleiter leitet die Geschäfte seither vom Bundespräsidialamt in Berlin aus.
Von 1967 bis 1974 war Scheel stellvertretender Vorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, 1979 wurde er deren Kuratoriumsvorsitzender; seit 1991 ist er Ehrenvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung. Von 1980 bis 1985 war er Vorsitzender der Bilderberg-Konferenz und von 1980 bis 1989 Präsident der Europa-Union. Im Jahre 1978 wurde Scheel Vorsitzender des Kuratoriums der Hermann Kunst-Stiftung zur Förderung der neutestamentlichen Textforschung, das die Arbeit des Instituts für Neutestamentliche Textforschung in Münster fördert. 1979 wurde er Ehrenmitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung; dies nahm Thomas Bernhard zum Anlass, aus dieser auszutreten. Von 1995 bis 2000 war Scheel 1. Kuratoriumsvorsitzender der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, einer Bundesstiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin. In Nachfolge von Theodor Heuss und Carlo Schmid ist Scheel seit 1980 Ehrenpräsident des Deutschen Künstlerbundes. Von 1980 bis 1985 war Walter Scheel Präsident des Deutschen Rates der Europäischen Bewegung, dessen Ehrenpräsident er bis heute ist.
Scheel ist Ehrenvorsitzender des Kuratoriums von Plan International und Ehrenpräsident der Deutsch-Britischen Gesellschaft.
Außerdem ist er Schirmherr der Darul-Aman Stiftung, die den Wiederaufbau des Darul-Aman-Palastes als zukünftiges Parlamentsgebäude von Afghanistan fördert.
1971 wurde Scheel der Theodor-Heuss-Preis und das Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik verliehen, 1974 folgte der Orden wider den tierischen Ernst. 1977 wurde er mit dem Karlspreis und der Collane des Ordens de Isabel la Católica ausgezeichnet, nachdem er schon 1970 das Großkreuz erhielt. Walter Scheel ist seit 1976 Ehrenbürger seiner Heimatstadt Solingen, seit 1978 von Berlin und Bonn, seit 1979 von Düsseldorf und seit 2006 von Kranichfeld. Im Jahr 2000 erhielt er die Reinhold Maier-Medaille. 1973 erhielt er das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und mit der Wahl zum Bundespräsidenten als Amtsinsignie die Sonderstufe des Großkreuzes.
Scheel ist Ehrendoktor der Universitäten Georgetown und Maryland (beide USA), Auckland (Neuseeland), Bristol (Großbritannien) und Heidelberg.
Walter Scheel wurde mit über 60 internationalen Orden ausgezeichnet.
1969 wurde Scheel als Krawattenmann des Jahres ausgezeichnet.
Sehr bekannt wurde Walter Scheels musikalischer Auftritt mit dem Volkslied Hoch auf dem gelben Wagen, das er zusammen mit zwei Düsseldorfer Männergesangvereinen aufnahm. Die Aufnahme wurde am 6. Dezember 1973 in der Fernsehshow Drei mal Neun aufgeführt; im Januar 1974 belegte das Lied Platz fünf der bundesdeutschen Musikcharts.
1987 moderierte er die Pilotfolge der ZDF-Talkshow live.
2006 sang Scheel mit einem Chor das erwähnte Lied in einer Fernsehshow des Moderators Gunther Emmerlich. Scheel war dort zu Gast, weil ihm von Hans-Dietrich Genscher ein Preis überreicht wurde.
Am 26. Mai 2011 verlieh das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erstmals den Walter-Scheel-Preis für Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit.
Theodor Heuss (1949–1959) | Heinrich Lübke (1959–1969) | Gustav Heinemann (1969–1974) | Walter Scheel (1974–1979) | Karl Carstens (1979–1984) | Richard von Weizsäcker (1984–1994) | Roman Herzog (1994–1999) | Johannes Rau (1999–2004) | Horst Köhler (2004–2010) | Christian Wulff (2010–2012) | Joachim Gauck (seit 2012)
Franz Blücher | Ludwig Erhard | Erich Mende | Hans-Christoph Seebohm | Willy Brandt | Walter Scheel | Hans-Dietrich Genscher | Egon Franke | Hans-Dietrich Genscher | Jürgen Möllemann | Klaus Kinkel | Joschka Fischer | Franz Müntefering | Frank-Walter Steinmeier | Guido Westerwelle | Philipp Rösler | Sigmar Gabriel
Siehe auch: Amtsinhaber seit 1878
Walter Scheel | Werner Dollinger | Hans-Jürgen Wischnewski | Erhard Eppler | Egon Bahr | Marie Schlei | Rainer Offergeld | Jürgen Warnke | Hans Klein | Jürgen Warnke | Carl-Dieter Spranger | Heidemarie Wieczorek-Zeul | Dirk Niebel | Gerd Müller
Konrad Adenauer | Heinrich von Brentano | Gerhard Schröder | Willy Brandt | Walter Scheel | Hans-Dietrich Genscher | Helmut Schmidt | Hans-Dietrich Genscher | Klaus Kinkel | Joschka Fischer | Frank-Walter Steinmeier | Guido Westerwelle | Frank-Walter Steinmeier
Siehe auch: Deutsche Außenminister seit 1871
Hermann Schäfer | Ludwig Schneider | Max Becker | Thomas Dehler | Walter Scheel | Liselotte Funcke | Richard Wurbs | Dieter-Julius Cronenberg | Burkhard Hirsch | Hermann Otto Solms
Theodor Heuss | Franz Blücher | Thomas Dehler | Reinhold Maier | Erich Mende | Walter Scheel | Hans-Dietrich Genscher | Martin Bangemann | Otto Graf Lambsdorff | Klaus Kinkel | Wolfgang Gerhardt | Guido Westerwelle | Philipp Rösler | Christian Lindner
Gewählte Mitglieder des Bundesvorstand: Nicola Beer | Axel Graf Bülow | René Domke | Christian Dürr | Marcus Faber | Daniel Föst | Otto Fricke | Heiner Garg | Alexander Hahn | Hauke Hilz | Gero Clemens Hocker | Thomas L. Kemmerich | Pascal Kober | Wolfgang Kubicki | Konstantin Kuhle | Alexander Graf Lambsdorff | Christian Lindner | Michael Georg Link | Oliver Luksic | Patrick Meinhardt | Gesine Meißner | Hans-Joachim Otto | Karl-Heinz Paqué | Gisela Piltz | Alexander Pokorny | Andreas Reichel | Florian Rentsch | Stefan Ruppert | Daniela Schmitt | Jimmy Schulz | Mieke Senftleben | Hermann Otto Solms | Joachim Stamp | Lencke Steiner | Marie-Agnes Strack-Zimmermann | Katja Suding | Linda Teuteberg | Alexandra Thein | Michael Theurer | Johannes Vogel | Claas Voigt | Roland Werner | Volker Wissing | Holger Zastrow
Beratende Mitglieder des Bundesvorstand: Stefan Birkner | Marco Buschmann | Johannes Dallheimer | Albert Duin | Manfred Eisenbach | Hans-Dietrich Genscher | Wolfgang Gerhardt | Manuel Höferlin | Markus Löning | Ellen Madeker | Sibylle Meister | Florian Philipp Ott | Detlef Parr | Judith Pirscher | Steffen Saebisch | Walter Scheel | Frank Sitta
Konrad Adenauer (CDU) | Ludwig Erhard (CDU) | Gerhard Schröder (CDU) | Hermann Höcherl (CSU) | Wolfgang Stammberger (FDP) | Heinz Starke (FDP) | Werner Schwarz (CDU) | Franz Josef Strauß (CSU) | Hans-Christoph Seebohm (CDU) | Theodor Blank (CDU) | Richard Stücklen (CSU) | Paul Lücke (CDU) | Wolfgang Mischnick (FDP) | Ernst Lemmer (CDU) | Franz-Josef Wuermeling (CDU) | Hans-Joachim von Merkatz (CDU) | Siegfried Balke (CSU) | Hans Lenz (FDP) | Walter Scheel (FDP) | Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) | Heinrich Krone (CDU)
Konrad Adenauer (CDU) | Ludwig Erhard (CDU) | Gerhard Schröder (CDU) | Hermann Höcherl (CSU) | Ewald Bucher (FDP) | Rolf Dahlgrün (FDP) | Werner Schwarz (CDU) | Theodor Blank (CDU) | Franz Josef Strauß (CSU) | Kai-Uwe von Hassel (CDU) | Hans-Christoph Seebohm (CDU) | Richard Stücklen (CSU) | Paul Lücke (CDU) | Wolfgang Mischnick (FDP) | Rainer Barzel (CDU) | Alois Niederalt (CSU) | Bruno Heck (CDU) | Hans Lenz (FDP) | Werner Dollinger (CSU) | Walter Scheel (FDP) | Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) | Heinrich Krone (CDU)
Ludwig Erhard (CDU) | Erich Mende (FDP) | Gerhard Schröder (CDU) | Hermann Höcherl (CSU) | Ewald Bucher (FDP) | Karl Weber (CDU) | Rolf Dahlgrün (FDP) | Kurt Schmücker (CDU) | Werner Schwarz (CDU) | Theodor Blank (CDU) | Kai-Uwe von Hassel (CDU) | Hans-Christoph Seebohm (CDU) | Richard Stücklen (CSU) | Paul Lücke (CDU) | Hans Krüger (CDU) | Ernst Lemmer (CDU) | Alois Niederalt (CSU) | Bruno Heck (CDU) | Hans Lenz (FDP) | Werner Dollinger (CSU) | Walter Scheel (FDP) | Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) | Heinrich Krone (CDU) | Ludger Westrick (CDU)
Ludwig Erhard (CDU) | Erich Mende (FDP) | Hans-Christoph Seebohm (CDU) | Gerhard Schröder (CDU) | Paul Lücke (CDU) | Richard Jaeger (CSU) | Rolf Dahlgrün (FDP) | Kurt Schmücker (CDU) | Hermann Höcherl (CSU) | Hans Katzer (CDU) | Kai-Uwe von Hassel (CDU) | Richard Stücklen (CSU) | Ewald Bucher (FDP) | Bruno Heck (CDU) | Johann Baptist Gradl (CDU) | Alois Niederalt (CSU) | Gerhard Stoltenberg (CDU) | Walter Scheel (FDP) | Werner Dollinger (CSU) | Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) | Heinrich Krone (CDU) | Ludger Westrick (CDU)
Willy Brandt (SPD) | Walter Scheel (FDP) | Hans-Dietrich Genscher (FDP) | Gerhard Jahn (SPD) | Alexander Möller (SPD) | Karl Schiller (SPD) | Helmut Schmidt (SPD) | Josef Ertl (FDP) | Walter Arendt (SPD) | Georg Leber (SPD) | Käte Strobel (SPD) | Lauritz Lauritzen (SPD) | Egon Franke (SPD) | Hans Leussink (parteilos) | Klaus von Dohnanyi (SPD) | Erhard Eppler (SPD) | Horst Ehmke (SPD)
Willy Brandt (SPD) | Walter Scheel (FDP) | Hans-Dietrich Genscher (FDP) | Gerhard Jahn (SPD) | Helmut Schmidt (SPD) | Hans Friderichs (FDP) | Josef Ertl (FDP) | Walter Arendt (SPD) | Georg Leber (SPD) | Katharina Focke (SPD) | Lauritz Lauritzen (SPD) | Horst Ehmke (SPD) | Hans-Jochen Vogel (SPD) | Egon Franke (SPD) | Klaus von Dohnanyi (SPD) | Erhard Eppler (SPD) | Egon Bahr (SPD) | Werner Maihofer (FDP)
Paul Löbe (1949–1951) | Eugen Kogon (1951–1953) | Ernst Friedlaender (1954–1958) | Hans Furler (1958–1966) | Ernst Majonica (1966–1976) | Horst Seefeld (1976–1980) | Walter Scheel (1980–1985) | Philipp Jenninger (1985–1990) | Annemarie Renger (1990–1992) | Hans-Dietrich Genscher (1992–1994) | Rita Süssmuth (1994–1998) | Wolfgang Thierse (1998–2000) | Monika Wulf-Mathies (2000–2006) | Dieter Spöri (2006–2012) | Rainer Wend (seit 2012)
Eugen Kogon (1949–1954) | Paul Leverkuehn (1954) | Ernst Friedlaender (1954–1957) | Friedrich Carl von Oppenheim (1957–1973) | Theo M. Loch (1973–1980) | Walter Scheel (1980–1989) | Egon Klepsch (1989–1997) | Hans-Gert Pöttering (1997–1999) | Elmar Brok (1999–2006) | Peter Altmaier (2006–2011) | Rainer Wieland (seit 2011)
Bernhard zur Lippe-Biesterfeld | Alec Douglas-Home | Walter Scheel | Eric Roll, Baron Roll of Ipsden | Peter Carington, 6. Baron Carrington | Étienne Davignon | Henri de Castries
1950: Coudenhove-Kalergi | 1951: Brugmans | 1952: De Gasperi | 1953: Monnet | 1954: Adenauer | 1956: Churchill | 1957: Spaak | 1958: Schuman | 1959: Marshall | 1960: Bech | 1961: Hallstein | 1963: Heath | 1964: Segni | 1966: Krag | 1967: Luns | 1969: Kommission der europäischen Gemeinschaften | 1970: Seydoux de Clausonne | 1972: Jenkins | 1973: Madariaga | 1976: Tindemans | 1977: Scheel | 1978: Karamanlis | 1979: Colombo | 1981: Veil | 1982: Juan Carlos I. | 1984: Carstens | 1986: Das Volk von Luxemburg | 1987: Kissinger | 1988: Mitterrand und Kohl | 1989: Frère Roger | 1990: Horn | 1991: Havel | 1992: Delors | 1993: González | 1994: Brundtland | 1995: Vranitzky | 1996: Beatrix | 1997: Herzog | 1998: Geremek | 1999: Blair | 2000: Clinton | 2001: Konrád | 2002: Euro | 2003: Giscard d’Estaing | 2004: Cox | 2005: Ciampi | 2006: Juncker | 2007: Solana | 2008: Merkel | 2009: Riccardi | 2010: Tusk | 2011: Trichet | 2012: Schäuble | 2013: Grybauskaitė | 2014: Van Rompuy | 2015: Schulz | 2016: Papst Franziskus
Außerordentlicher Karlspreis: 2004: Johannes Paul II.

Burg Neuenburg (Blumberg)

p3
Die Burg Neuenburg ist eine abgegangene Burg im Gemeindegebiet von Blumberg im Schwarzwald-Baar-Kreis (Baden-Württemberg).
Die nicht mehr lokalisierbare Burganlage, von der keine Reste erhalten sind, soll 1525 im Bauernkrieg zerstört worden, aber danach wieder aufgebaut worden sein.
Schlösser: Schloss Blumberg | Schloss Bräunlingen (Schellenbergsches Schloss) | Schloss Donaueschingen | Schloss Hüfingen (Oberes Schloss) | Schloss Länge
Burgen: Burg Aasen (abgegangen) | Burgruine Alt-Blumberg | Burg Althornberg (abgegangen) | Burgruine Bärenberg (Weiberzahn) | Burgruine Bräunlingen | Burgruine Burgberg (Bärenberg, Turm) | Burgruine Dellingen | Burg Entenburg | Burgruine Fürstenberg | Burg Graneck (abgegangen) | Burg Grünburg (abgegangen) | Burgruine Kirnburg | Burgruine Kirneck (Kirnegg, Kürneck, Kürnach, Salvest) | Krumpenschloss (Altfürstenberg, Alt-Fürstenberg, Schlossberg) (abgegangen) | Burg Mühleg | Burg Neudingen (abgegangen) | Burg Neuenburg (abgegangen) | Burg Neu-Fürstenberg (abgegangen) | Burgruine Runstal | Schlössle (Herzogenweiler) (abgegangen) | Burgruine Triberg | Burg Trossingen (Burgbühl) | Burg Unterkirnach | Burg Villingen | Burgruine Waldau | Burgruine Warenburg | Burgruine Zindelstein

Stefano Bardini

Stefano Bardini (* 13. Mai 1836 in Pieve Santo Stefano; † 12. September 1922 in Florenz) war ein italienischer Kunsthändler, Maler, Sammler und Mäzen.
Mit 18 Jahren begann er ein Studium an der Accademia di Belle Arti Firenze in Florenz, als Schüler von Bezzuoli und danach von Servolini. Er frequentierte das Caffè Michelangiolo und erwies sich als begabter Kopist und Restaurator. Ein erhalten gebliebenes Fresko in der Villa di Triboli behandelt das politische Thema „Frankreich eilt Italien zu Hilfe“.
Bardini schlug aber nach 1870 die Karriere des Kunsthändlers ein und war als solcher äußerst erfolgreich. Zu seinen Kunden zählten das Kaiser-Friedrich-Museum, der Louvre, das Victoria and Albert Museum und Sammler wie Isabella Stewart Gardner, John Pierpont Morgan, John G. Johnson, und das Ehepaar Nélie Jacquemart – Édouard André.
Bardini vermachte sein 1881 erworbenes Stadtpalais, den Palazzo Bardini, seine Kunstsammlung und seinen an den Boboli-Garten angrenzenden Park der Stadt Florenz. Der Palazzo Bardini beherbergt das Museum. In der Villa Bardini ist seit 2008 das Museo Pietro Annigoni untergebracht. Außerdem finden dort Sonderausstellungen statt.

Schoppühl

48.97036812.677375Koordinaten: 48° 58′ 13″ N, 12° 40′ 39″ O
Die Einöde Schoppühl ist ein Ortsteil des Marktes Mitterfels im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen. Sie liegt nahe dem Ortskern von Mitterfels westlich der Burgstraße.

Bis zur Eingemeindung der früheren Gemeinde Scheibelsgrub nach Mitterfels im Jahr 1876 war Schoppühl ein Ortsteil der Gemeinde Scheibelsgrub.
Schopbiehl, Schottbühel
Die Matrikel des Bisthums Regensburg führt den Ort 1838 als Schopbiehl. In der Uraufnahme aus der Zeit 1808–1864 gibt es einen Eintrag in Rötel mit Schottbühel. In den Ortschaften-Verzeichnissen, basierend auf den Volkszählungen, wird beginnend mit 1875 Schoppühl geschrieben.
Aichmühl | Aign | Auhof | Dunk | Einfürst | Eisenhart | Englberg | Großkohlham | Hagnberg | Herrnberg | Hinterbuchberg | Höfling | Höllmühl | Hörmannsberg | Kastenfeld | Kleinkohlham | Kögl | Kreuzkirchen | Miething | Mitterfels | Neumühle | Oberhartberg | Pürstenberg | Scheibelsgrub | Schoppühl | Spornhüttling | Steinhaus | Steinrießl | Straßhof | Talmühle | Unterhartberg | Vorderbuchberg | Weingarten | Wiespoint | Wollersdorf | Zackenberg

Hagen Wend

Hagen Wend (* 26. August 1943 in Herzogswalde (Sachsen)) ist ein deutscher Geistlicher der Neuapostolischen Kirche. Er war von Dezember 1995 bis Januar 2009 Bezirksapostel in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Belgien, Luxemburg und einigen Missionsländern in Afrika.
Hagen Wend wurde in Herzogswalde bei Dresden geboren. 1949 übersiedelten seine Eltern mit ihren drei Kindern nach Westdeutschland. Hier besuchte seine Mutter Gottesdienste der Neuapostolischen Kirche. Im Alter von neun Jahren wurde Hagen Wend zusammen mit seiner Mutter und seinen beiden Brüdern versiegelt und somit Mitglied der Neuapostolischen Kirche.
Nach seinem Schulabschluss absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaft und arbeitete fast 17 Jahre als Jurist bei der Dresdner Bank.
Am 1. Januar 1990 wurde er Geschäftsführer des Verlags und der Druckerei Friedrich Bischoff, die sich im Besitz der Neuapostolischen Kirche befinden.
Am 23. September 1990 wurde er dann durch Stammapostel Richard Fehr zum Apostel für Südhessen sowie die Länder Belgien, Luxemburg und Griechenland ordiniert. Vorher war er u.a. Vorsteher der Gemeinde Frankfurt-Eschersheim, später auch Bezirksvorsteher von Frankfurt am Main sowie von 1989 bis 1990 Bischof.
1995 sah Stammapostel Richard Fehr vor, die Gebietskirche aufzuteilen. Der die Gebietskirche bis dato leitende Bezirksapostel Klaus Saur übernahm Bayern und ganz Baden-Württemberg (zuvor nur Baden) und Apostel Hagen Wend empfing das Bezirksapostelamt für die Neuapostolische Kirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland.
Am 11. Januar 2009 wurde Hagen Wend von Stammapostel Wilhelm Leber in einem Gottesdienst im Congress Center der Messe Frankfurt in den Ruhestand versetzt. Zu seinem Nachfolger als Bezirksapostel und Kirchenpräsident der Neuapostolischen Kirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland wurde der bisherige Apostel Bernd Koberstein ordiniert.

Nusaybin

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Nusaybin (kurdisch Nisêbîn, aramäisch: ܢܨܝܒܝܢ, Niṣībīn), ist eine Stadt im Bezirk Nusaybin der türkischen Provinz Mardin an der türkisch-syrischen Grenze.

Die Stadt hat 88.047 Einwohner und der gleichnamige Landkreis 115.072 (Stand 2012). In Nusaybin befindet sich ein Straßenverkehrsgrenzübergang zur syrischen Nachbarstadt Al-Qamischli. Die die beiden Städte verbindende Bahnlinie, Bestandteil der Bagdadbahn, ist im grenzüberschreitenden Verkehr außer Betrieb. Nusaybin selbst wird jedoch noch von Güterzügen der türkischen Bahn angefahren.
Der Name der Stadt lautete in der Antike Nisibis (zur antiken und mittelalterlichen Geschichte siehe dort). Nisibis war damals zwischen dem Römischen Reich und dem Partherreich umkämpft. Bekannt ist der Heilige Jakob von Nisibis, der als Bischof wirkte und wahrscheinlich im Jahre 338 n. Chr. verstorben ist. Die Stadt gehörte seit 363 dauerhaft zum Reich der Sassaniden, die die Einwohner vertrieben und durch Perser ersetzten. Nisibis wurde dann 639/640 nach Christus von moslemischen Arabern erobert, wurde 1515 ein Teil des osmanischen Reiches und gehört seit 1920 zur Türkei.
Heute leben vor allem Kurden und eine Minderheit an Aramäern und Arabern in der Stadt.
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