Auslage (Geld)

Unter Auslagen versteht man Geldausgaben, die jemand für die Erbringung einer Dienstleistung oder die Erfüllung eines Auftrages verwendet und die von einem Dritten zu erstatten sind (§ 670, § 675 BGB).

Häufig sind hiermit Spesen, Gebühren oder Kosten gemeint, die jemand als Vorkasse bezahlt hat und durch einen Dritten vollständig zu erstatten sind. Kommt es zur Erfüllung des Erstattungsanspruchs durch den Dritten, ergibt sich beim Auslagenzahler keine Vermögensminderung (durchlaufender Posten). In der Insolvenz des Dritten verwirklicht sich jedoch das Erstattungsrisiko des Auslagenzahlers.
Im Verwaltungs- und Verfahrensrecht werden unter dem Begriff Auslagen insbesondere Gebühren, Kosten und Spesen zusammengefasst, die eine Behörde oder das Gesetz als erstattungspflichtig anordnet (insbesondere § 344 Abs. 1 AO, § 464a StPO, § 107 Abs. 3 OWiG, § 17 GKG, § 10 Abs. 1 VwKostG). Die Gerichtskosten teilen sich in Gebühren und Auslagen auf (§ 1 GKG). Während hiernach die Gebühren das von den Gerichten für die Ausübung der Rechtspflege anfallende Entgelt darstellen, handelt es sich bei den Auslagen um die dem Staat bei der Erfüllung seiner Rechtspflegetätigkeit im Einzelfall entstehenden besonderen Aufwendungen. Die Entscheidung darüber, wer die Auslagen trägt, trifft das Gericht im Urteil oder Beschluss nach § 464 Abs. 2 StPO. Die Auslagen der Staatskasse und des Angeschuldigten fallen der Staatskasse zur Last, wenn der Angeschuldigte freigesprochen, die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen ihn abgelehnt oder das Verfahren gegen ihn eingestellt wird (§ 467 StPO). Nach § 1 Bundesgebührengesetz (BGebG) erhebt die jeweilige Behörde als Gebührengläubiger vom Gebührenschuldner Gebühren und Auslagen. Danach sind Auslagen nicht von der Gebühr umfasste Kosten, die die Behörde für individuell zurechenbare öffentliche Leistungen nach § 12 Abs. 1 BGebG erhebt. Im Ordnungswidrigkeitenrecht muss außer der Verwarnung mit jeder Entscheidung auch eine Kosten- und Auslagenfestsetzung verbunden sein. Auslagen werden nach § 107 OWiG auf den Betroffenen abgewälzt.
Um das Erstattungsrisiko zu vermeiden, wird den Behörden in einigen Fällen das Recht auf Vorschusszahlungen eingeräumt (z.B. § 379 ZPO, § 15 BGebG).
Diejenigen freien Berufe, deren Vergütung durch eine Gebührenordnung reglementiert ist wie etwa Ärzte oder Rechtsanwälte, können neben den für die jeweilige Tätigkeit einschlägigen Gebühren oftmals auch bestimmte Auslagen berechnen. Diese sind beispielsweise für Ärzte in der Gebührenordnung für Ärzte (§ 10Vorlage:§/Wartung/buzer GOÄ) oder für Rechtsanwälte im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) aufgeführt.

Stefanie Antonia Sanders


2 Stand: 1. Juli 2015
Stefanie Antonia Sanders (* 12. Juni 1998 in Soltau) ist eine deutsche Fußballspielerin. Sie steht beim Bundesligisten Werder Bremen unter Vertrag.

Sanders begann bereits im Alter von vier Jahren beim TSV Neuenkirchen mit dem Fußballspielen. Über eine einjährige Zwischenstation beim JFV A/O/Heeslingen wechselte sie 2013 in die Jugendabteilung von Werder Bremen, mit dessen B-Juniorinnen sie von 2013 bis 2015 in der B-Juniorinnen-Bundesliga antrat. 2014/15 wurde sie mit der Mannschaft Staffelsieger Nord/Nordost und nach einer 1:3-Finalniederlage gegen den 1. FFC Turbine Potsdam deutscher Vizemeister. Sowohl 2013/14 als auch 2014/15 war sie Torschützenkönigin der Staffel Nord/Nordost und ist derzeit (Stand: Saisonende 2014/15) mit 54 erzielten Treffern staffelübergreifend Rekordtorschützin der B-Juniorinnen-Bundesliga. Neben ihren Einsätzen für die B-Juniorinnen kam Sanders in der Saison 2014/15 bereits zu acht Einsätzen für Werders Frauenmannschaft in der 2. Bundesliga Nord, bei denen sie einen Treffer erzielte. Als Zweitplatzierter stieg sie mit den Bremerinnen in dieser Spielzeit in die Bundesliga auf, da Meister 1. FC Lübars auf einen Aufstieg verzichtete. Ab der Saison 2015/16 gehört sie fest zum Kader der Bundesligamannschaft und gab am 30. August 2015 (1. Spieltag) im Heimspiel gegen den 1. FC Köln ihr Bundesligadebüt. Beim 6:2-Sieg ihrer Mannschaft erzielte sie in dieser Partie mit den Treffern zum 2:2 bzw 5:2 sogleich ihre ersten beiden Bundesligatore.
Seit ihrem Debüt für die U-15-Nationalmannschaft im Oktober 2012 steht Sanders regelmäßig im Aufgebot deutscher Nachwuchsauswahlen und erweist sich bei ihren Einsätzen als sehr treffsicher: bei bisher (Stand: 1. Juli 2015) 26 Einsätzen netzte sie 28 Mal ein. 2014 gewann sie mit der U-16-Nationalmannschaft den Nordic Cup, nachdem sie im März desselben Jahres mit der U-17-Nationalmannschaft an der U-17-Weltmeisterschaft in Costa Rica teilgenommen hatte und dort in zwei Gruppenspielen eingewechselt wurde. Im Folgejahr erreichte sie ebenfalls mit der U-17-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft auf Island das Halbfinale, wo man sich jedoch der Schweizer Auswahl mit 0:1 geschlagen geben musste. Mit sechs erzielten Treffern sicherte sich Sanders bei diesem Turnier den Titel der Torschützenkönigin. Im August 2015 wurde sie von Trainerin Maren Meinert für die erste Qualifikationsrunde zur Europameisterschaft 2016 erstmals in den Kader der U-19-Nationalmannschaft berufen.
Anna Bockhorst | Daniela Bräuer | Marie-Louise Eta | Stephanie Goddard | Jessica Golebiewski | Betsy Hassett | Sandra Hausberger | Giovanna Hoffmann | Alicia Kersten | Cindy König | Mona Lohmann | Sophie Maierhofer | Jennifer Martens | Nadine Moelter | Stefanie Antonia Sanders | Katharina Schiechtl | Lisa-Marie Scholz | Meggie Schröder | Gabriella Tóth | Michelle Ulbrich | Maren Wallenhorst | Reena Wichmann | Manjou Wilde | Pia-Sophie Wolter
Trainer: Steffen Rau

Angewandte Ethik

Angewandte Ethik oder auch Bereichsethik wird als Oberbegriff für die verschiedenen bereichsspezifischen Ethiken verstanden.
Der Ausdruck angewandte Ethik ist eine Übersetzung des englischen Terminus applied ethics und steht im Gegensatz zur sogenannten allgemeinen Ethik. Als Synonyme werden auch Konkrete Ethik, Praktische Ethik oder Problemorientierte Ethik verwandt. Der Ausdruck wird terminologisch vielfach kritisiert. Zum einen, weil Ethik immer praxisbezogen sei. Zum anderen, weil er „diffus“ sei und den fälschlichen Eindruck der Möglichkeit einer Art logischen Ableitung von den allgemeinen Prinzipien auf die einzelnen Bereiche wecke.

Ihre Grundlage stellt die allgemeine Ethik dar, von der sie ihre theoretischen Grundbegriffe und -prinzipien erhält. Ferner gehen in die Angewandte Ethik die Erkenntnisse des jeweiligen Fachgebiets ein. Die Beschäftigung mit Themen der angewandten Ethik hat in letzter Zeit vor allem wegen der immer drängender werdenden Probleme in den Bereichen Technik, Umwelt und Gesellschaft stark zugenommen.
Die folgenden Themenfelder erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und gliedern sich in die Bereiche:
Im deutschsprachigen Raum gibt es zahlreiche Ethik-Institute, die sich mit dem weiten Problemfeldern der angewandten Ethik beschäftigen. Zu nennen sind hier u. a.:

Shawn Stockman

Shawn Patrick Stockman (* 26. September 1972, in Philadelphia) ist ein US-amerikanischer R&B/Soul-Sänger und Mitglied der Boygroup Boyz II Men.
Stockman gründete 1988 zusammen mit Wanyá Morris, Nathan Morris, Marc Nelson und Michael McCary die Gruppe Boyz II Men, die 1991 erste internationale Erfolge feiern konnte. Ihn zeichnet seine geschmeidige, sanfte Stimme aus. Nachdem Boyz II Men 1992 End of The Road veröffentlichten, erreichten sie mit Platz 5 die Top Ten der deutschen Media-Control-Charts und wurden auch in Deutschland bekannt. Dadurch wurden viele Filmproduzenten auf ihn aufmerksam und Shawn begann Songs für Filme wie u. a. Seventeen Again und Mr. Holland’s Opus zu schreiben. Zu dieser Zeit fing er auch an, an seinem Debütalbum zu werken, das Ende der 1990er veröffentlicht werden sollte, doch schließlich konnten die Pläne nicht in die Tat umgesetzt werden. Trotzdem erreicht die erste Single Visions of a Sunset Platz 7 der neuseeländischen Charts. In den USA erreicht die 1996er Single lediglich Platz 45.
2002 erschien er auf dem DJ Jazzy Jeff-Album The Magnificent mit dem Song How Do I. 2003 wurde er mit seiner Frau Sharhonda Stockman Vater von Zwillingen. 2005 gründete Stockman sein eigenes Plattenlabel Soul Chemistry Projects und konzentriert sich darauf Künstler verschiedenster Genres zu fördern. 2008 nahm er eine Coverversion zu Beyoncés Hit If I Were A Boy namens If U Were A Boy auf.

Chris Smith (Kongressabgeordneter)

Christopher Henry „Chris“ Smith (* 4. März 1953 in Rahway, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Politiker. Seit 1981 vertritt er den Bundesstaat New Jersey im US-Repräsentantenhaus.
Chris Smith besuchte bis 1971 die St. Mary’s High School in Perth Amboy. Anschließend war er bis 1975 am Trenton State College. 1974 studierte er zwischenzeitlich am Worcester College der University of Oxford. In den folgenden Jahren arbeitete er in der Sportartikelbranche. Politisch war er ursprünglich Mitglied der Demokratischen Partei. Im Jahr 1978 wechselte er zu den Republikanern. 1978 kandidierte er noch erfolglos für das US-Repräsentantenhaus. Im Jahr 1979 arbeitete er für die New Jersey Legislature.
Bei den Kongresswahlen des Jahres 1980 wurde Smith im vierten Wahlbezirk von New Jersey in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 3. Januar 1981 die Nachfolge des am 29. Dezember 1980 zurückgetretenen Frank Thompson antrat. Dieser war bei der Wahl gegen Smith unterlegen, was auch mit einer Korruptionsaffäre im Zusammenhang mit der Abscam-Untersuchung durch das FBI zu tun hatte; Thompson wurde 1981 deshalb zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.
Nach bisher 17 Wiederwahlen kann Chris Smith sein Mandat im Kongress bis heute ausüben. Seine gegenwärtige Amtszeit läuft noch bis zum 3. Januar 2017. Zurzeit ist er Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und in der Kommission für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sowie in mehreren Unterausschüssen. Zwischen 2001 und 2005 war er Vorsitzender des Veteranenausschusses. In seine Zeit als Kongressabgeordneter fielen die Terroranschläge am 11. September 2001, der Irakkrieg und der Militäreinsatz in Afghanistan. Sein hauptsächliches Augenmerk gilt dem Kampf gegen Abtreibungen. Er wird seit Jahren in seinen Wahlkämpfen von der Pro-Life-Gruppierung National Right to Life Committee unterstützt.
Eines seiner politischen Anliegen im Kongress war die Verabschiedung des sogenannten Global Online Freedom Act. Dieses Gesetz zur Freiheit des Internetverkehrs wurde mit der offiziellen House Resolution (H.R.) 491 am 4. Februar 2013 im Kongress eingebracht aber bisher noch nicht verabschiedet.
Smith ist verheiratet und lebt privat in Hamilton.
1. Bezirk: Boudinot | Dayton | J. Condit | Boyd | Darby | Boyd | Condict | Kinsey | J. Condit | Kinsey | Cassedy | H. Thompson | T. Sinnickson II | R. Cooper | Dickerson | Chetwood | Randolph II | L. Elmer | Hampton | Hay | N. Stratton | Clawson | Nixon | Starr | W. Moore | Hazelton | C. Sinnickson | Robeson | Ferrell | Hires | Bergen | Loudenslager | Browning | Patterson | Wolverton | Cahill | Hunt | Florio | Andrews | Norcross • 2. Bezirk: Cadwalader | A. Clark I | Kitchell | Imlay | Kitchell | E. Elmer | Newbold | T. Ward | Linn II | Condict | S. Fowler I | Aycrigg | W. Cooper | Aycrigg | Sykes | S. Wright | Sykes | Newell | Skelton | Robbins | J. Stratton | Middleton | Newell | Haight | Forker | Dobbins | Pugh | H. Smith | Brewer | Buchanan | Gardner | J. Baker | Bacharach | Wene | Jeffries | Wene | Hand | Glenn | McGrath | Sandman | W.J. Hughes | LoBiondo • 3. Bezirk: Schureman | Dayton | Thomson | Linn I | Helms | Condict | Schureman | Bennet | B. Smith | Holcombe | Randolph I | Lee | Halstead | Dickerson | Halstead | Farlee | Runk | Edsall | Wildrick | Lilly | Bishop | Adrain | Steele | Sitgreaves | Bird | A. Clark II | Ross | J. Kean | Green | J. Kean | Geissenhainer | B. Howell | Scully | T. Appleby | Geran | S. Appleby | Hoffman | Sutphin | Auchincloss | Howard | Pallone | Saxton | Adler | Runyan | MacArthur
4. Bezirk: T. Sinnickson I | Kitchell | Beatty | Henderson | Schureman | Imlay | Mott | Lambert | Cox | J. Scudder | G. Maxwell | Stockton | H. Southard | Matlack | Tucker | T. Hughes | J. Parker | J. Maxwell | Kille | J. Maxwell | Kirkpatrick | Edsall | Van Dyke | Brown | Vail | Huyler | Riggs | Cobb | Rogers | Hill | Hamilton | A.A. Clark | Harris | Howey | Pidcock | S. Fowler II | Cornish | Pitney | Salmon | Flanagan | Lanning | Wood | Walsh | Hutchinson | Browne | Eaton | Powers | Mathews | C. Howell | F. Thompson | C. Smith • 5. Bezirk: Cadwalader | I. Smith | T. Sinnickson I | Davenport | H. Southard | Morgan | Coxe Jr. | E. Baker | Bloomfield | Swan | I. Southard | Schenck | C. Stratton | Ryall | C. Stratton | W. Wright | Gregory | King | Price | A. Pennington | Wortendyke | W. Pennington | Perry | E. Wright | Halsey | Cleveland | Halsey | Phelps | Cutler | Voorhis | Hill | Phelps | Beckwith | Cadmus | J. Stewart | C. Fowler | Tuttle | Capstick | Birch | Ackerman | P. Stewart | Eaton | P. Frelinghuysen | Fenwick | Roukema | Garrett • 6. Bezirk: Sloan | Hufty | Bines | Bateman | Garrison | Pierson | S. Condit | Shinn | Yorke | Vroom | Yorke | M. Ward | Teese | Peddie | Blake | Jones | Fiedler | H. Lehlbach | English | R. Parker | W. Hughes | Allen | W. Hughes | A. Hart | Martin | A. Hart | Ramsey | Perkins | McLean | Case | Williams | F. Dwyer | Cahill | Forsythe | B. Dwyer | Pallone
7. Bezirk: I. Scudder | Hardenbergh | Brigham | Hardenbergh | McAdoo | McDonald | Fielder | McEwan | Daly | McDermott | R. Parker | Townsend | Bremner | Drukker | Radcliffe | Seger | Perkins | Thomas | Widnall | Maguire | Roukema | Rinaldo | Franks | Ferguson | Lance • 8. Bezirk: Dunn | C. Fowler | Wiley | Pratt | Wiley | McCoy | Kinkead | Gray | McGlennon | Taylor | McNulty | Taylor | P. Moore | Hartley | Seger | Canfield | Joelson | Roe | Klein | Martini | Pascrell | Sires • 9. Bezirk: Benny | Van Winkle | Leake | Kinkead | McCoy | R. Parker | Minahan | R. Parker | Minahan | Fort | Cavicchia | Kenney | Osmers | Towe | Osmers | Helstoski | Hollenbeck | Torricelli | Rothman | Pascrell
10. Bezirk: McDermott | Hamill | Townsend | F. Lehlbach | Hartley | Rodino | Payne | Payne Jr. • 11. Bezirk: Eagan | Olpp | Eagan | Auf der Heide | Cavicchia | O’Neill | Vreeland | Sundstrom | Addonizio | Minish | Gallo | R. Frelinghuysen • 12. Bezirk: Hamill | O’Brien | Norton | F. Lehlbach | Towey | R. Kean | Wallhauser | Krebs | F. Dwyer | Rinaldo | Courter | Zimmer | Pappas | Holt | Watson Coleman • 13. Bezirk: Norton | Sieminski | Gallagher | Maraziti | Meyner | Courter | Forsythe | Saxton | Menendez | Sires • 14. Bezirk: Auf der Heide | E. Hart | Tumulty | Dellay | Daniels | LeFante | Guarini • 15. Bezirk: Patten | B. Dwyer

Landtagswahl in der Steiermark 1923

Die Landtagswahl in der Steiermark 1923 wurde am 21. Oktober 1923 durchgeführt und war die zweite Landtagswahl in der Steiermark nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.
Dabei änderten sich die politischen Kräfteverhältnisse kaum. Die Christlichsoziale Partei (CSP) konnte 45,77 % erzielen und stellte in der Folge 34 der 70 Landtagsabgeordneten. Einer ihrer bisherigen Sitze ging, ebenso wie einer vom Landbund, nun an die Großdeutsche Volkspartei. Den zweiten Platz belegte die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Österreichs (SDAP), die 34,72 % und 24 Mandate erzielte.
Der aus der „Steirischen Bauernpartei“ (SBP) hervorgegangene Landbund erzielte mit 11,34 % 8 Mandate. Die aus verschiedenen deutschfreiheitlichen Gruppen vereinigte Großdeutsche Volkspartei wurde mit 7,62 % und 4 Mandaten viertstärkste Kraft im Landtag. Die erstmals antretenden Kommunisten erreichten nur 0,55 % der Stimmen und konnten nicht in den Landtag einziehen.
Die Abgeordneten wählten wieder Anton Rintelen (CS) zum Landeshauptmann.
Erste Republik: 1919 | 1923 | 1927 | 1930
Zweite Republik: 1945 | 1949 | 1953 | 1957 | 1961 | 1965 | 1970 | 1974 | 1978 | 1981 | 1986 | 1991 | 1995 | 2000 | 2005 | 2010 | 2015

Assyrische Nationalbewegung

Die Assyrische Nationalbewegung beschreibt eine von christlichen Intellektuellen bewegte politische Bewegung in Syrien und Mesopotamien die auf eine aufklärerisch, ethnisch und kulturell begründete demonstrativen nationalen Identifikation und Nationenbewahrung zielt.
Sie richtet sich für die Bewahrung der nationalen Integrität dieses Volkes und gegen die Assimilierung des Volkes in die islamische und arabische Umgebung des Nahostens.

In der Fakultät für Ethnologie an der Uni Leipzig wird diese Assyrer-Bewegung mit dem Assyrismus gleichgesetzt. Mit ihr sollte sich mit der Berufung auf alte Traditionen und gegenwärtigen Gegebenheiten, eine Umgestaltung der pan-mesopotamischen Gedankenwerte etablieren und eine Umwandlung in dem sozialen, kulturellen und politischen Aufbau der christlichen syro-mesopotamischen Gesellschaft. Diese Bewegung wird von einigen assyrischen Denkern als „Assyrische Befreiungsbewegung“ genannt. Das in Anlehnung an dem Widerstand gegen den Genozid sowie an die späteren Versuche zur Gründung eines assyrischen Staates in den Ursiedlungsgebieten der syrischen Christen in den Gebieten von Tur Abdin, Urmia, Hakkâri, der Mosul-Ebene und der syrischen Dschesireh.
In ihren Gedankenwerten wird geglaubt an eine Ethnie als die Nachfahren der alten ineinander verschmolzenen mesopotamischen und syrischen Völkerschaften. Sie glaubt an eine gemeinsame Herkunft der indigenen Völkerschaften des Irak, des Libanon und Syriens. Diese gründe auf den syro-mesopotamischen Reichen der Sumerer, Chaldäer, Babylonier, Assyrer, Aramäer und Phönizier des Altertums. Sie begründet dieser Herkunft auch auf die Zugehörigkeit zu der einen historischen Heimat. Doch auch zu der gemeinsamen Geschichte, der gemeinsamen Leiden und der gemeinsamen Sitten und Gebräuche. Diese Verbundenheit drückt sich in der gemeinsamen syrischen Sprache aus Zudem wird ein gemeinsames kulturelles Erbe angenommen, das auch aus einer gemeinsamen christlichen Tradition herrührt. Die Bevölkerungsgruppen in denen die assyrische Nationalbewegung aktiv ist, gehören den folgenden Kirchen an: Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien und des gesamten Ostens, die Syrisch-katholische Kirche von Antiochien und des gesamten Ostens, die Syrisch-Maronitische Kirche von Antiochien, die Alte Heilige Apostolische Kirche des Ostens (unter Patriarch Mar Addai II.), die Assyrische Kirche des Ostens, die Chaldäisch-Katholische Kirche, die Melktische (Griechisch-katholische) Kirche von Antiochien, die Griechisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien sowie zahlreiche evangelische Gemeinden in Syrien, Libanon, dem Irak und dem Iran.
Der geistige Kern dieser Nationalbewegung bildete eine Synthese aus einem Zugehörigkeitsgefühl, einem Nationalbewusstsein und einem fröhlich-liberaler Patriotismus zum „Vaterland“ Mesopotamien. Begriffe wie Nation und Vaterland wurden literarisch und musikalisch greifbar gemacht. Manchmal vermischten sich diese mit einer christlich-religiösen Prägung. Diese Nationalbewegung ist stark vom Völkermord an den Assyrern geprägt und all den Leiden, Massakern und Verschleppung unter denen dieses Volk litt.
Die assyrische Nationalbewegung ist keine institutionelle Bewegung. Doch sie zielt mit ihren Gedanken auf die Lösung der assyrischen Nationalfrage. In ihr fand das pan-mesopotamistische Gedankengut seinen besonderen Ausdruck. Es wurde bei diesem Volk eine Sehnsucht ausgelöst: die Gründung eines eigenen Staates.
Die Entwicklung der Nationalbewegung fiel bei den diversen Konfessionen – wegen der unterschiedlichen Ausprägung der nationalen Identität und der unterschiedlichen Entwicklung in den jeweiligen Ländern des Nahostens und in der Diaspora in denen die Assyrer lebten – jeweils anders aus. Die Aufrufe zur Einheit des Volkes waren laut, doch konnten den Einfluss des Konfessionalismus bei den syrischen Christen nur begrenzt einschränken.
Die Nationalbewegung wird manchmal in der Arbeit einiger politischer Organisationen und Verbände gekürzt. Einige assyrische Intellektuelle sehen sie als Mutterboden der assyrischen Nationalbewegung in der Mitte des 20. Jahrhunderts und als Reaktion auf die Politik der bereits existierenden politischen Parteien und Richtungen des Nahostens.
Die politischen Organisationen spielten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Nationalbewusstseins, sie sind aber nur ein Teil der vielen gesellschaftlichen Institutionen der Assyrer. Sie waren wichtige Fundamente für die Etablierung der Nationalbewegung, haben jedoch bei der Schaffung eines einheitlichen politischen und administrativen Projektes versagt.
So war nach eigenen Angaben die Gründung der „Assyrischen demokratischen Organisation“ (ADO) in Syrien, eine Krönung der Etablierung der Nationalbewegung konfessionsübergreifend bei den Syrischen Christen in Mesopotamien. Die Gründung der „Assyrian National Alliance“ (AUA) im Iran, konnte vielen Assyrern in Mesopotamien und in der Diaspora eine institutionelle Vereinigung anbieten, die ein wichtiger Schritt war, zur Gründung eines assyrischen Lobbys für die Verfolgung nationaler Ziele. Auch die Gründung weiterer politischen Organisationen später wie die „assyrische demokratische Bewegung“ (ADM) im Irak und Shuraya im Libanon, konnten Länder spezifisch ein Fortschritt in einer politisierten Nationalbewegung werden. Dies konnte ferner die politischen Visionen dieses Volkes in allen seinen Konfessionen kristallisieren.
Die Gründung der „Assyrian American Federation“ als überkonfessioneller Dachverband der US-amerikanischen Vereine und Verbände war nicht nur eine Lobby-Gründung, sondern eine Sammlung der in den USA zerstreuten Verbände und Vereine in ein einflussreiches Institut zur Volksvertretung.
Auch die Gründung der Verbände assyrischer Vereine in Schweden und in Mitteleuropa, konnte die Nationalbewegung in Europa eine Heimat anbieten. Sie sind eine Plattform für die nationalbesinnten Intellektuellen und Künstler, denen diese Institutionen manchmal eine Chance zur Entwicklung und Entfaltung baten.
Stark dabei war auch der Einfluss der Missionare in bestimmten Gebieten und gerade im Iran wo später auch die assyrische Universal-Allianz (langjähriger Vorsitzender, der US-amerikanische Senator a. D. John Namrud) gegründet wurde. In diesem Land war im Jahre 1840 die erste Zeitschrift in der Syrischen Sprache erschien.
Die aramäische Strömung soll ein Teil der Entwicklung der Nationalbewegung sein. Nicht ganz klar ist lediglich, welches Ausmaß dem Einfluss dieser Strömung -aber nicht immer klar erfassbaren Richtungen auf der heutigen Nationalbewegung zugeschrieben werden darf. Die assyrische Nation nach den Gedanken ihrer Nationalbewegung, bestand mit all ihren kulturellen Eigenschaften seit Tausenden von Jahren. Sie soll die Fortentwicklung der alten Völkerschaften des syro-mesopotamischen Raumes und dessen Hochkultur fördern. Die Aramäisierung auf der sprachlichen Ebene fand schon vor vielen Tausenden Jahren in den assyrischen und babylonischen Zeit statt. Sie wurde von einer politischen und kulturellen Assyrisierung und religiöser Babylonisierung (Chaldäerisierung) sowie Syriansieung (Christianisierung) begleitet.

Stephanskapelle (Chur)

Die Stephanskapelle (auch Stephanuskapelle oder St. Stephan) ist nach den Vorgängerbauten der heutigen Kathedrale der älteste bekannte christliche Sakralbau im Bündner Hauptort Chur. Sie liegt heute unter dem Pausenplatz der Bündner Kantonsschule.

Ein dem Namen nach nicht bekannter Churer Bischof, ein Vorgänger des Asinio, liess den Bau unter dem Patrozinium des ersten christlichen Märtyrers Stephanus als überwölbte Grabkammer (Hypogaeum) wahrscheinlich kurz vor der Mitte des 5. Jh. errichten. Seine Lage am Mittenberg, außerhalb des bewohnten Gebietes und am Rande eines spätantiken Gräberfeldes gelegen, weist auf seine Bestimmung als Zömeterialbau hin. Der Sakralbau diente als Begräbnisstätte und wohl auch als liturgischer Raum, obwohl eine gemauerte Altarstelle nicht nachgewiesen werden konnte. Der teilweise in den Hang vorgebaute, tonnengewölbte Rechteckraum wies eine Apsidiole und einen Reliquienstollen auf; unter dem mit Steinplatten abgedeckten Boden befanden sich symmetrisch angelegte Grabkammern. Der Raum war ornamental und figürlich (Apostel, Paradiesszenen) ausgemalt. Spärliche, doch bedeutende Reste davon blieben erhalten. Einige Jahrzehnte nach Errichtung dieses Erstbaus wurde der Grabbau über- und umbaut und damit wesentlich erweitert und vergrößert. Es entstand ein Saal mit nicht eingezogener Apsis in den Ausmassen von etwa 17 x 7,2 Metern. Im Apsisumgang blieb ein Fußbodenmosaik aus Kieselsteinen erhalten; weitere Mosaiken und Feskenfragmente konnten freigelegt und restauriert werden. Die nun darunter liegende Grabkapelle blieb vom Westen her erreichbar.
Im 6. und 7. Jh. war St. Stephan der wichtigste christliche Sakralbau von Chur , verlor aber gegenüber der nahe gelegenen Luziuskirche sehr früh an Bedeutung. Die Inschriften der Viktoriden und wohl auch die Gebeine der in St. Stephan beerdigten Würdenträger kamen nach St. Luzi. Die Grablegungen enden vor 800. Um 1150 wird St. Stephan noch als Kirche im Churer Totenbuch erwähnt. Im Laufe der Reformation wurde sie wohl auch als Kirche aufgegeben und schließlich um 1622 im Zuge der Bündner Wirren von habsburgischen Truppen weitgehend (usque ad medium) geschleift. Auf dem Knillenburger Prospekt, einer um 1640 entstandenen perspektivischen Stadtansicht von Chur, ist sie noch als Ruine verzeichnet. Später wurde die Kirchstelle vollkommen überbaut und der ehemals bedeutende Begräbnis- und Kirchplatz geriet in Vergessenheit.
Als die Bündner Kantonsschule 1850 ausgebaut wurde, stiess man auf halbkreisförmig angeordnete Mauern und Mosaikfragmente. Der deutsche Kunsthistoriker Friedrich von Quast weilte zufällig in Chur. Er konnte die Relikte als die verloren geglaubte ehemalige Stephanskapelle identifizieren.
Zum Kulturgut von nationaler Bedeutung erklärt, wurde die Stephanskapelle durch den Archäologischen Dienst Graubünden so restauriert, dass sie als Museum genutzt und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Sie kann in Gruppenführungen besichtigt werden.
46.8467289.538566Koordinaten: 46° 50′ 48″ N, 9° 32′ 19″ O; CH1903: 760151 / 190542

Nancy Cunard

Lady Nancy Clare Cunard (* 10. März 1896 in Nevill Holt, Leicestershire, England; † 17. März 1965 in Paris) war eine britische Publizistin, Dichterin und Verlegerin. Die reiche Erbin galt als radikale und feministische Exzentrikerin. Sie engagierte sich energisch gegen Rassismus und sympathisierte mit den Kommunisten. Sie setzte sich für die Angeklagten im skandalösen Scottsboro-Prozess ein, agitierte gegen Mussolini, Franco und das nationalsozialistische Deutschland.

Nancy Cunard war das einzige Kind von Sir Bache Cunard, 3rd. Baronet (1851–1925), einem Enkel des Begründers der Cunard Reederei, Samuel Cunard, und seiner aus Kalifornien stammenden vermögenden Ehefrau Maud Alice Burke (1872–1948), später Lady Emerald Cunard. Anders als ihre Eltern, die ihren Lebensstil und die gehobene Gesellschaft genossen, hatte Nancy schon in jungen Jahren eine Abneigung dagegen. Nancy erhielt eine umfassende Ausbildung, sprach mehrere Fremdsprachen und zeigte sich an Kunst und Mythologie interessiert – sie galt als frühreif und ausgesprochen intelligent. George Moore, ein Freund der Familie, weckte in ihr das besondere Interesse an Poesie und Literatur. Ab dem 14. Lebensjahr besuchte Nancy mehrere Privatschulen in England, Deutschland und Frankreich. Sie freundete sich mit Intellektuellen an, suchte den Umgang mit Andersdenkenden. Der Freundeskreis, unter anderem Iris Tree, Lady Diana Cooper, Osbert Sitwell und Raymond Asquith – der als Corrupt Coterie berühmt werden sollte – verbrachte die Abende über Politik und Poesie diskutierend in den Pariser Cafés. Nach ihrer Rückkehr nach England heiratete Nancy Cunard zur Überraschung ihrer Familie und Freunde 1916 in London den Offizier und Cricketspieler Sir Sydney Fairbairn (1894–1956). Die Ehe endete nach 20 Monaten mit einer formellen Trennung; 1925 folgte die Scheidung.
Ihr Umzug nach Paris in den 1920er Jahren war für sie eine Chance, ihrem Elternhaus und der bedrückenden Enge des Ehelebens zu entkommen und unabhängig zu leben. Sie verkehrte in Künstlerkreisen des Surrealismus, Realismus und Dadaismus, trank viel Alkohol und – so wird vermutet – experimentierte auch mit Marihuana. Zudem veröffentlichte sie ihre ersten Gedichtbände, Outlaws, gefolgt von Sublunary und Parallax. Aldous Huxley war einer ihrer Liebhaber und sie wurde zu seiner Muse. Letzteres galt ebenso für Ernest Hemingway, James Joyce, Constantin Brâncuși, Wyndham Lewis, Tristan Tzara, Louis Aragon, William Carlos Williams und Man Ray. Nancy schrieb auch selbst, so dass während ihrer Zeit in Paris viele Gedichte entstanden, die schließlich gesammelt veröffentlicht wurden. Im Jahr 1927 kaufte Cunard ein altes Bauernhaus La maison du puits carré in La Chapelle-Réanville, Haute-Normandie – wohin sie bekannte Künstler und Schriftsteller einlud.
Nach acht Jahren des sorglosen Lebens beschloss Nancy 1928, einen eigenen Verlag zu gründen, der seinen Sitz in der Nähe des berühmten Pariser Buchladens Shakespeare and Company hatte. „The Hours Press“ sollte Experimentelle Lyrik fördern. Cunard bezahlte ihre Autoren anständig und konnte Risiken einzugehen, die anderen Verlagen nicht möglich waren. Ihre Bücher waren handwerklich produziert und schön gestaltet.
Nancy Cunards Hours Press übernahm Bill Birds Three Mountain Press (dort waren Bücher von Ezra Pound, William Carlos Williams, Robert McAlmon und Ernest Hemingways In Our Time erschienen) und veröffentlichte Werke von George Moore (Peronnik the Fool, 1928; The Talking Pine, 1931), Ezra Pound (A Draft of XXX Cantos, 1930), Laura Riding und Robert Graves, Norman Douglas (One Day, 1929), Richard Aldington (Hark the Herald, 1928; The Eaten Heart, 1929; Last Straws, 1930), Alvaro Guevara, Arthur Symons (Mes souvenirs, 1929), das erste Buch von Samuel Beckett (Whoroscope, 1930), Havelock Ellis, Louis Aragon, Roy Campbell, Walter Lowenfels (Apollinaire: an Elegy, 1930), die imaginistischen Gedichte John Rodkers, Bob Brown (Words, 1931), Harold Acton, Brian Howard (God Save the King, 1930), den Katalog Gemälde, Zeichnungen und Gouachen von Eugene McCown (1930), im selben Jahr erschien Henry Crowders Henry-Music mit Crowders Partituren und Gedichten von Cunard, Aldington, Lowenfels, Beckett und Harold Acton.
Im Jahr, in dem sie ihren Verlag gründete, lernte sie den afroamerikanischen Jazz-Pianisten Henry Crowder (1890–1955) kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und lebten schließlich zusammen. Allein die Tatsache, dass ihre Tochter mit einem Afroamerikaner zusammen war, sorgte bei Nancys Mutter für Aufregung und Empörung. Zudem begann die Salonrebellin, sich offiziell gegen Rassismus zu engagieren. Sie veröffentlichte Anthologien mit schwarzen Schriftstellern, was in der Presse für Schlagzeilen sorgte und unter anderem den Ku-Klux-Klan auf die Verlegerin aufmerksam machte. Sie bekam Drohungen, Hassbriefe und die eigene Mutter zeigte sie bei der Polizei an. Doch die junge Frau ließ sich davon nicht einschüchtern. Neben ihrem Einsatz gegen Rassentrennung kämpfte sie auch gegen den Faschismus. Im Spanischen Bürgerkrieg half sie vor Ort in den Flüchtlingslagern und in Zusammenarbeit mit dem Lyriker Pablo Neruda verfasste sie antifaschistische Artikel für den Manchester Guardian. Aufgrund einer Erkrankung kehrte sie zurück nach Paris und schloss sich der französischen Résistance an, um weiter politisch aktiv zu bleiben und für ihre Grundsätze zu kämpfen.
Nach dem Krieg reiste die Trägerin der Rosette der Legion d’honneur (1947) ausgiebig, während sie als freie Korrespondentin über die Auswirkungen des Kolonialismus schrieb. Anfang der 1960er Jahre verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zusehends, sowohl körperlich als auch geistig, und sie wurde in Paris in die Psychiatrie eingeliefert. Im März 1965 fanden Polizisten Nancy Cunard bewusstlos am Straßenrand. Sie starb wenige Tage später im Alter von 69 Jahren im Hôpital Cochin an den Folgen ihres exzessiven und teilweise sehr ärmlichen Lebensstils. Ihre Asche wurde auf dem Cimetière du Père Lachaise in Paris bestattet.

Bund Deutscher Radfahrer

Der Bund Deutscher Radfahrer e. V. (BDR) ist der Verband für Radsportler im Deutschen Olympischen Sportbund. Er hat seinen Sitz in Frankfurt am Main und ist in 17 Landesverbände unterteilt. Die rund 2500 angeschlossenen Vereine haben zusammen rund 135.000 Mitglieder (Stand 2008). Der BDR ist Mitglied des Weltradsportverbandes Union Cycliste Internationale (UCI) und des europäischen Verbandes Union Européenne de Cyclisme (UEC).

1881 versammelten sich in Frankfurt am Main erstmals deutsche Radfahrer-Vereine mit dem Ziel, einen Verband zu gründen. Am 1. August desselben Jahres erschien die erste deutsche Radsportzeitschrift Das Velociped, die von dem Engländer T. H. S. Walker herausgegeben wurde. Nach der Gründung des Deutschen Radfahrer-Bundes (DRB) wurde die Zeitschrift unter dem Titel Der Radfahrer dessen offizielles Organ. Der Verband wurde am 17. August 1884 in Leipzig als Vereinigung des Deutschen, des Deutsch-Österreichischen und des Norddeutschen Velocipedistenbundes gegründet, der zu diesem Zeitpunkt 2537 Mitglieder hatte. Im Jahr darauf spalteten sich jedoch wieder einige Verbände aus Unzufriedenheit ab und schlossen sich zur Allgemeinen Deutschen Radfahrer-Verband (ADRV) zusammen mit dem Verbandsorgan Der deutsche Radfahrer. 1886 folgte die Gründung der Allgemeinen Radfahrer-Union (ARU), die vor allem das Radwandern pflegen wollte. Während in DRB und ADRV nur Vereine Mitglied waren, bestand die ARU nur aus persönlichen Mitgliedern. Ab 1888 gab der DRB eine eigene Zeitschrift, die Bundeszeitung heraus, die jedes Mitglied kostenlos erhielt. 1888 wurde zudem der Sächsische Radfahrer-Bund gegründet, der sich als einziger Landesverband neben den drei großen Verbänden hielt, bis zur Gleichschaltung im Jahre 1933.
1894 hatte der DRB rund 22.000 Mitglieder und trat der International Cyclists Association bei, der Vorläuferin der Union Cycliste Internationale (UCI), bei, die 1900 gegründet wurde. Der Verband vertrat nur Amateurfahrer und lehnte den Profisport ab. Zudem durften die Mitglieder des DRB nicht an Rennen teilnehmen, bei denen auch Profis fuhren. Es folgten jahrzehntelange Konflikte um Amateur- und Profistatus zwischen verschiedenen Verbänden, der mächtigste war schließlich der Verband Deutsche Radrennbahnen (VDR), dem sich der DRB 1908 anschloss. 1910 kam es zu wegen einer vermeintlichen Fehlentscheidung bei den Bahnweltmeisterschaften gegen den deutschen Fahrer Henry Mayer zu einem Zerwürfnis des VDR/DRB mit der UCI, so dass deutscher Fahrer zwei Jahre nicht an UCI-Weltmeisterschaften teilnahmen und die Deutsche eigene Weltmeisterschaften veranstalteten. 1913 kam es zu einer Einigung.
1919 vereinigten sich DRB und ARB zum Bund Deutscher Radfahrer, im selben Jahr wurde die Deutsche Radfahrer-Union gegründet von Radfahrern, die mit der Politik des BDR nicht einverstanden waren. 1923 wurde der Verband, der rund 100.00 Mitglieder hatte, nach dem Ausschluss infolge des Ersten Weltkriegs wieder in die UCI aufgenommen. 1926 endeten jahrelange Streitigkeiten zwischen dem BDR, des Verbandes der Berufsfahrer und dem VDR damit, dass die beiden Verbände dem BDR beitraten und dieser nun auch die Oberhoheit über den Berufsradsport erhielt.
1933 wurde der BDR aufgelöst. Seine Funktionen übernahm der neu gegründete Deutsche Radfahrer-Verband (DRV), aber 1938 das Fachamt 15 des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. Weitere Verbände wurden verboten, Führungspositionen gemäß dem Arierparagraph besetzt.
Mit Gesetz Nr. 5 der amerikanischen Militärregierung vom 31. Mai 1945 wurde die NSDAP mit allen ihren Einrichtungen und Organisationen aufgelöst, und damit auch der Deutsche Radfahrer-Verband. Am 21. November 1948 erfolgte die Wiederbegründung des BDR, der ab 1969 nur Amateursportler vertrat, die Profis hatten wiederum einen eigenen Verband. 1951 nahmen erstmals nach dem Krieg wieder deutsche Radsportler an UCI-Weltmeisterschaften und 1952 an olympischen Spielen teil, bei den olympischen Spielen innerhalb einer gesamtdeutschen Mannschaft. 1954 fanden in Deutschland UCI-Weltmeisterschaften statt. 1958 wurde der Antrag, Rennen für Frauen durchzuführen vom BDR abgelehnt, obwohl Frauen ab diesem Jahr bei Weltmeisterschaften starten durften. Erst 1967 wurde trotz massiver Proteste einiger Funktionäre der Frauenrennsport in West-Deutschland eingeführt. 1970 wurde der damalige BDR-Präsident Erwin Hauck von der Bundeshauptversammlung des BDR suspendiert, weil er Nationalfahrern Dopingmißbrauch vorgeworfen hatte und diese sich daraufhin geweigert hatten, das Nationaltrikot zu tragen. Bei den Olympischen Spielen 1972 traten erstmals zwei souveräne Mannschaften von BDR und DDR an. 1993 wurde die Trennung zwischen Amateur- und Profisportlern aufgehoben.
1989 hatte der BDR mit rund 101.000 Mitglieder erstmals die Grenze von 100.000 überschritten, was zuletzt 1923 (rund 103.000) der Fall gewesen war. Zudem fand im Dezember desselben Jahres ein erstes Treffen zwischen BDR und dem Deutschen Radsport-Verband der DDR (DRSV) statt, um die weitere Zusammenarbeit zu koordinieren. Bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 1990 in Maebashi entfernten die Präsidenten des BDR, Werner Göhner, und des DRSV, Wolfgang Schoppe, symbolisch die Gitter zwischen den Fahrerboxen der beiden deutschen Mannschaften. Am 8. Dezember 1990 traten die fünf Landesverbände der neuen Bundesländer dem BDR bei.
2009 feierte der BDR in Leipzig sein 125-jähriges Bestehen.
Seit 1895 veranstaltete der Bund Deutscher Radfahrer 38-mal UCI-Weltmeisterschaften in verschiedenen Radsportdisziplinen. Zuletzt organisierte der BDR im Jahre 2003 Bahn-Weltmeisterschaften in Stuttgart und sprang damals kurzfristig für das chinesische Shenzhen ein. Die dort geplanten Weltmeisterschaften wurden wegen der SARS-Epidemie in Südostasien abgesagt.
Im Februar 2014 wurde bekannt, dass sich der BDR mit einem „Drei-Stufen-Plan“ um die UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 2019 oder 2020 bewerben will. Austragungsort soll das Velodrom in Berlin sein. Zuvor sollen in Berlin UEC-Bahn-Europameisterschaften und ein Bahnrad-Weltcup stattfinden.
Der BDR regelt die Aktivitäten von organisierten Leistungs- und Breitensportlern. Dazu gehört die Veranstaltung von Trainingslagern, Wettkämpfen sowie die Ausbildung von Trainern und die Jugendarbeit. Für die Teilnahme an Renn- und Breitensportveranstaltungen vergibt der BDR über seine Landesverbände Startberechtigungen in Form von Lizenzen und Wertungskarten. Hierbei achtet der BDR sehr auf die Anerkennung als allein vertretender Fachverband aller Radfahrer. Deshalb gestaltet sich die Abstimmung und Kooperation im Sportbetrieb mit anderen Radfahrer-Verbänden nicht immer einfach, zum Beispiel im Bereich Kunstrad mit dem RKB Solidarität oder im Bereich Einrad mit dem Einradverband Deutschland und dem RKB Solidarität.
Im Rahmen der Lobbyarbeit des Verbandes setzt der BDR sich auch für die Belange von Radsportlern und Hobby-Radfahrern im Straßenverkehr ein, engagiert sich aber nicht in dem Maße im Straßenverkehr wie beispielsweise der ADFC. So hat der BDR zum Beispiel die Petition gegen die Radwegbenutzungspflicht nicht mitunterzeichnet und auch keine Stellungnahme dazu veröffentlicht.
Im Bereich Leistungssport / Wettkampf gibt es: Radrennsport auf Straße, Bahn und Querfeldein, Kunstradfahren, Radball, Radpolo, Bicycle Moto-Cross (BMX), Mountainbike-Rennsport (MTB), Fahrrad-Trial und Einrad.
Im Bereich des Breiten- und Freizeitsport: Radwanderungen, Radtourenfahren (RTF) und Country-Tourenfahrten (CTF).
Der BDR steht seit Jahrzehnten bedingt durch die Dopingvorfälle im Berufsradsport wie kein anderer Sportfachverband im Kampf gegen Doping unter spezieller Beobachtung in der Öffentlichkeit. Besonders die Präsidentin Sylvia Schenk und ihr Nachfolger Rudolf Scharping bemühten sich um mehr Glaubwürdigkeit im Anti-Dopingkampf. Die vom BDR einberufene unabhängige Antidopingkommission, der unter anderem auch der Schwimm-Olympiasieger Michael Groß angehörte, stellte am 10. September 2007 ihre Arbeit bereits nach wenigen Monaten wegen fehlender Konzepte wieder ein.
Im Kurpark von Bad Schmiedeberg steht das Bundesradfahrerdenkmal, eine Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Damit wird all derjenigen gedacht, die sich für den Radsport im 18. und 19. Jahrhundert eingesetzt haben.
Olympische: Badminton | Basketball | Bob/Schlitten | Boxen | Curling | Eishockey | Eislaufen | Eisschnelllauf | Fechten | Fußball | Gewichtheben | Golf | Handball | Hockey | Judo | Kanu | Leichtathletik | Radsport | Reiten | Ringen | Rudern | Rugby | Schießen | Schwimmen | Segeln | Skisport | Taekwondo | Tennis | Tischtennis | Triathlon | Turnen | Snowboarden | Moderner Fünfkampf | Volleyball
Nichtolympische: Luftsport | Alpen | American Football | Base- und Softball | Behindertensport | Billard | Boccia, Boule & Pétanque | Dart | Eisstock | Floorball | Gehörlosensport | Ju-Jutsu | Karate | Kegeln & Bowling | Kraftdreikampf | Lebensrettung | Minigolf | Motorsport | Motoryacht | Rasenkraftsport & Tauziehen | Rollsport & Inline | Schach | Skibob | Sportakrobatik | Sporttauchen | Squash | Tanzsport | Wasserski & Wakeboard